Sport : Tourenwagenserie DTM: Drainage gegen Doughnuts

Christian Hönicke

Wild auf der Strecke umherkreiselnde Rennautos gehören - wenn überhaupt - ins Vorprogramm einer Motorsportveranstaltung. "Einen Doughnut produzieren" nennt man in der Fachsprache das zur Belustigung des Publikums durchgeführte Schwärzen des Aphalts mit dem Gummi der durchdrehenden Hinterräder.

Im vergangenen Jahr gab es auf dem fertiggestellten Lausitzring allerdings mehr Doughnuts zu sehen, als es Fahrern und Fans lieb sein durfte. Die Premiere der nach vier Jahren Pause wieder auferstandenen Tourenwagenserie DTM auf dem Kurs in der Nähe von Cottbus musste wegen sintflutartiger Regenfälle abgebrochen werden. 40 000 Zuschauer konnten miterleben, wie sich die Wagen auf dem schmierigen Straßenbelag reihenweise ins Grüne verabschiedeten.

Das war zwar ganz lustig anzusehen, reicht aber nicht. Denn langsam muss den Besuchern in der Lausitz nun auch hochklassiger Rennsport geboten werden. Mit der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft am Sonntag und dem amerikanischen Formel-1-Pendant Cart im September nähern sich jetzt die Saisonhöhepunkte. Will man sich als Rennstrecke internationalen Formats etablieren, muss dort alles glatt laufen. Nachdem die Veranstalter vor einem Jahr tatenlos zusehen mussten, wie die Tourenwagen auf dem ohnehin schon rutschigen, weil brandneuen Asphalt im Regen unlenkbar umherschlitterten, wird jetzt nichts mehr dem Zufall überlassen.

Gefährliche Pfützen

Ein neuverlegtes Drainage-System soll dafür sorgen, dass das Wasser schneller abfließt. Durch die breite Fahrbahn und die ungewöhnliche Charakteristik der Strecke, die in einen eigens für die Cart-Serie errichteten Ovalkurs mit überhöhten Kurven eingebettet ist, bildeten sich bisher bei Regen gefährliche Pfützen. Dessen ungeachtet drehte vor kurzem ein Fahrzeug tagelang seine Runden auf der nassen Piste. Nicht zu Testzwecken, sondern um den Straßenbelag zu säubern. Mittels eines Hochdruckreinigungsverfahrens wurden Ölrückstände und andere Ablagerungen aus den Asphaltritzen gespült, um die rund 4,5 Kilometer lange Strecke weniger rutschig zu machen.

Sollte das alles nichts nutzen, bleibt in der Lausitz nur die Hoffnung darauf, dass die Meteorologen Recht haben und es am Sonntag nicht regnet. Oder auf das Cart-Rennen. Die amerikanischen PS-Ungeheuer fahren nämlich in keinem Fall bei Regen - bei Geschwindigkeiten von bis zu 400 Stundenkilometern ist das irgendwie auch nachvollziehbar.

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