Sport : Traber-Derby: Eine alternative Kopfbedeckung

Ingo Wolff

Heinz Wewering könnte heute nach dem 106. Deutschen Traber-Derby ein kleines Problem bekommen. Der 51-Jährige muss wahrscheinlich seinen Goldhelm ablegen - das sichtbare Zeichen für den erfolgreichsten Trabrennfahrer der Vorsaison. Aber nicht etwa, weil ihm diese Ehre aberkannt wird, sondern weil er möglicherweise eine alternative Kopfbedeckung erhalten wird. Beim wichtigsten Rennen des deutschen Trabrennsports geht es in diesem Jahr nicht nur um den Sieg des besten Dreijährigen, erstmals seit 1990 könnte ein Traber zusätzlich die Dreifache Krone erhalten.

Eigentlich ist die Dreifache Krone ja keine reale Kopfbedeckung, sondern nur die Bezeichnung für eine besondere Leistung im deutschen Trabrennsport - eine Art Grand Slam wie im Tennis. Denn die Krone bekommt nur das Pferd, das in einem Jahr das Buddenbrock-Rennen, das Adbell-Toddington-Rennen und schließlich auch das Deutsche Derby gewinnt. Da der Hengst Oscar Schindler SL die beiden ersten Prüfungen in diesem Jahr souverän für sich entschied und auch heute niemand an dem Sieg des Duos zweifelt, könnte Wewering in den Genuss dieser zuvor erst 14 Mal verliehenen Auszeichnung kommen. Für Wewering wäre es allerdings schon die dritte Krone.

Deshalb geht Wewering heute auf der Trabrennbahn Mariendorf (Beginn 13 Uhr) auch relativ gelassen in das mit mit 890 000 Mark dotierte Derby. Zudem musste sein einziger ernsthafter Konkurrent Zerberus wegen Kehlkopfentzündung zurückgezogen werden. "Aus sportlicher Sicht ist das natürlich nicht so schön", sagt Wewering "aber das kann jedem Pferd passieren." Der Spannung wird damit trotzdem nichts genommen, findet Wewering: "Das Rennen bleibt auch so interessant." Immerhin gab es in der langen Geschichte dieses Rennens immer wieder große Außenseitersiege. Das weiß auch Wewering, der das Derby bereits siebenmal für sich entschied.

Einen Wunsch konnte sich Wewering allerdings nicht erfüllen. Der Derby-Doppelsieg wird dem zweifachen Weltmeister dieses Jahr nicht mehr gelingen. Beim gestrigen Stutenderby musste Wewering - obwohl in den Vorläufen mit drei aussichtsreichen Pferden gestartet - den beiden bayerischen Fahrern Jochen Haide und Gerhard Biendl das Feld überlassen. Haide gewann vor 12 000 Zuschauern mit INXS of Fire vor Biendls Cambest.

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