Trabrennbahn Mariendorf : Die Krönung nach dem Derby

Hengst Broadwell tritt an diesem Sonntag bei der Breeders Crown in Mariendorf als Favorit an.

Heiko Lingk
Broadwells Trainer Paul Hagoort hofft auf Wiedergutmachung nach dem verpassten Derby.
Broadwells Trainer Paul Hagoort hofft auf Wiedergutmachung nach dem verpassten Derby.Foto: imago/Marius Schwarz

Kronen werden am Sonntag auf der Trabrennbahn Mariendorf nicht verteilt, obwohl es der Name der Veranstaltung suggeriert. Der „Breeders Crown“ besitzt dennoch einen immensen Stellenwert und gilt als das wichtigste Saisonereignis neben dem Derby. 280 000 Euro Gesamtprämie werden ausgeschüttet. 125 Traber sind für die zwölf Breeders-Crown-Prüfungen vorgesehen. In ihren Sulkys sitzen nicht nur Fahrer wie der 29-malige Deutsche Meister Heinz Wewering, sondern auch viele internationale Sportler, die in ihren Heimatländern ähnlich wie Wewering als Legenden des Trabersports gelten. Etwa der Franzose Jean-Pierre Dubois, der Finne Veijo Heiskanen, der Schwede Johnny Takter und der Österreicher Gerhard Mayr.

Doch noch mehr als auf die Fahrer werden sich die Blicke des Publikums auf einen Vierbeiner richten: auf den Hengst Broadwell. Der Traber hat zwar bisher erst drei Rennen bestritten. Doch die gewann er in einer Manier, die ihresgleichen sucht. Broadwell ließ seinen Konkurrenten dabei keine Chance und genoss schon bald den Ruf eines Wunderpferdes. Sämtliche Experten prophezeiten dem Hengst eine glorreiche Zukunft. Doch im April erlitt Broadwell einen Hufbeinbruch – eine Verletzung, die bei Trabern und Galoppern häufig zum Ende der Laufbahn führt. Für Broadwells Besitzer, den Deutschen Roman Thomaskamp und den Niederländer Leendert Gerrits, war der Traum geplatzt, mit dem dreijährigen Traber das Derby zu gewinnen. Sie versuchten im Anschluss alles, um die Gesundung des Tieres voranzubringen. Und die Therapie zeigte Wirkung: Rechtzeitig zur Breeders Crown ist Broadwell wieder fit.

Ein Sieg am Sonntagnachmittag (Beginn 13.30 Uhr) wäre für sein Team eine Entschädigung für die verpasste Teilnahme am Derby. Broadwells Trainer, der Niederländer Paul Hagoort, sagt: „Von der Kondition her ist Broadwell nach der langen Ruhepause natürlich noch nicht bei einhundert Prozent, aber er hat nichts von seinem Können verloren.“ Hagoort muss es wissen. Der in dem kleinen Ort Wolvega in Holland beheimatete Trainer gilt als Meister seines Fachs. In Mariendorf hat der 39-Jährige, der die Fahrten in den Rennen zumeist seinem Landsmann Robin Bakker überlässt, mit seinen Pferden bereits fünf Mal das Derby gewonnen.

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