Sport : Tränen nach der Leidenschaft

BHC-Hockeyfrauen verpassen Finaleinzug

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Berlin - 2500 Zuschauer waren in der Schmeling-Halle, 2500 Zuschauer machten einen Höllenlärm, und die meisten dieser Zuschauer feuerten die Frauen-Mannschaft des Berliner Hockey Clubs (BHC) an. Und dann? Dann stand Franziska Stern da, mit Tränen in den Augen, maßlos enttäuscht. Sie ist die Spielführerin des BHC, sie musste für ihr Team sprechen. „Schade, zu Hause vor einer so großen Kulisse zu spielen, das hat man so schnell nicht wieder. Deshalb geht es schon an die Nieren, das Match verloren zu haben“, sagte sie. Das 4:8 gegen den Uhlenhorster HC aus Hamburg beim Final Four um die Hallen-Meisterschaft bei den Frauen und Männern, diese bittere Niederlage meinte sie. Das Endspiel heute bestreiten Uhlenhorst und der TSV Mannheim, der Rot-Weiß Köln 4:3 besiegte. Die Berlinerinnen müssen zuschauen.

Vor zehn Jahren waren die Berlinerinnen zum letzten Mal Hallen-Meister, jetzt, fanden sie, war es Zeit, wieder mal den Titel zu gewinnen.Doch die Hamburgerinnen haben gute Einzelspielerinnen, sie sind clever, „und sie können sehr gut Situationen antizipieren“, sagte UHC-Trainer Lars Reinecke. Berlin – Uhlenhorst, das war das Duell zweier offensiver Mannschaften. Ein technisch gutes Match mit vielen Chancen, ein Spiel, das den Zuschauern Spaß machte. Werbung für Hockey. Der Sieg des UHC war verdient, keine Frage, aber trotzdem: Er fiel etwas zu hoch aus. Nach 20 Minuten stand es noch 0:0, zur Halbzeit führte dann Uhlenhorst 3:1. Aber das hieß nicht viel. Denn kurz nach dem Wiederanpfiff hatte Berlin ausgeglichen, 3:3. Der UHC traf erneut zweimal, Berlin antwortete mit einem Treffer. 5:4, noch schien nichts entschieden. Der BHC hielt mit, aber Uhlenhorst hatte die bessere Chancenverwertung. Berlins Trainer Dennis Grueneberg war nicht völlig unzufrieden. „Lange Zeit haben wir sehr gut mitgehalten, darauf können wir stolz sein. Wir haben alles abgerufen, dem Publikum Einstellung und Leidenschaft gezeigt, so dass die Leute wirklich ein Erlebnis hatten.“

Im Männerfinale stehen der Mannheimer HC und der Harvestehuder THC Hamburg. Mannheim ließ Uhlenhorst Mülheim im ersten Halbfinale beim 13:6 keine Chance, Harvestehude besiegte den Rüsselsheimer RK mit 9:4. Klaus Weise

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