Sport : Tränen und Champagner

Frankreichs Stars badeten nach dem neunten Daviscup-Triumph im Champagner - bei Australiens gescheiterte Tennis-Helden flossen die Tränen. Als Nicolas Escudé in einem Krimi in vier Akten den entscheidenden dritten Punkt holte, knallten im Rod-Laver-Stadion von Melbourne die Korken. Artig applaudierend und kopfschüttelnd verfolgten 15 000 enttäuschte Zuschauer das ausgelassene Treiben, während auf einem klapprigen Stuhl der Rafter-Ersatzmann Wayne Arthurs seine "schlimmste Niederlage" verdaute. Mit 6:7 (3:7), 7:6 (7:5), 3:6, 3:6 hatte er gegen den auch in seinem achten Daviscup-Match ungeschlagenen Escudé verloren. Da nutzte es den Australiern wenig, dass Lleyton Hewitt zuvor mit einem 6:3, 6:2, 6:3-Erfolg gegen Sebastien Grosjean für den Ausgleich gesorgt hatte.

Online-Gaming Spiel, Satz und Sieg: Der Pong-Klon von meinberlin.de "Es ist nur ein kleiner Schritt vom Genie zum Idioten", bekannte Australiens Kapitän John Fitzgerald nach seiner Pokal-Premiere. Sein Doppel-Schachzug am Samstag war in doppelter Hinischt misslungen. Das vermeintliche Spitzenduo Hewitt/Rafter unterlag den Franzosen Cédric Pioline/Fabrice Santoro mit 6:2, 3:6, 6:7 (5:7), 1:6 - und zu allem Unglück war die lädierte Schulter von Patrick Rafter danach so ramponiert, dass er zum letzten Einzel erst gar nicht antreten konnte. "Es war eine schwere Entscheidung, Lleyton und Patrick spielen zu lassen. Aber ich bereue sie nicht", meinte John Fitzgerald später.

Rafter wollte mit dem hinter den USA (31 Titel) zweiterfolgreichsten Team der Daviscup-Geschichte den Pokal erobern. Nach Australiens 28. Triumph wollte er in eine sechsmonatige Auszeit gehen, die sich wohl zum Rentendasein ausgeweitet hätte. Nun aber könnte der zweifache US-Open-Sieger von der Option Gebrauch machen, es doch noch einmal zu versuchen. "Schon möglich. Aber nur, wenn ich topfit bin und mit den Besten mithalten kann", sagte der Wimbledon-Finalist.

Auch Weltmeister Lleyton Hewitt war nach dem bitteren Rückschlag sauer. Den Masters Cup hatte er vor zwei Wochen gewonnen und Platz eins der Weltrangliste erstmals erklommen. Die Krönung der Saison blieb ihm aber versagt. Gegen Grosjean brauchte er 2:25 Stunden zum Sieg. Am Ende aber jubelten die Franzosen. "Ich bin so stolz auf diese Jungs. Ich bin überwältigt", sagte Frankreichs Kapitän Guy Forget. Gleich im ersten Jahr auf der Bank holte er den Cup, den er als Spieler 1996 durch ein 3:2 gegen Schweden gewonnen hatte. Auf Jahre hinaus könnten seine Spieler unbezwingbar werden, so wie die großen Vorbilder zwischen 1927 und 1932.

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