Sport : Tragische Helden

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Liu Xiang hat seinen Titel erfolgreich verteidigt: als Sieger der Herzen. Auch wenn die Spiele noch fünf Tage dauern, dramatischer als der Hürdensprinter aus China wird kaum ein Sportler noch scheitern können. Wieder im Vorlauf raus, wie schon vor vier Jahren. Damals der Fehlstart mit Verletzung, dieses Mal der Sturz an der ersten Hürde.

Wasserspringer Stephan Feck scheiterte in London ebenfalls, sein schmerzhafter Rückenplatscher schaffte es in alle Tagesrückblicke. Unfälle und Ausrutscher auch bei den Radfahrern, bei den Reitern, beim Turnen.

Stürze sind im Sport immer spektakulär. Doch bei Olympia sind sie umso dramatischer. Vier Jahre lang haben sich die Athleten vorbereitet, haben hart trainiert, gelitten, ihren Körper geschunden. Volle Konzentration auf den Punkt, auf den einen Moment. Bei den Hürdensprintern dauert der Wettbewerb gerade mal 13 Sekunden, dann ist alles wieder vorbei, für vier Jahre. Lius Auftritt dauerte sogar nur zwei Sekunden.

Beeindruckend sind Sportler, die sich auch nach solchen Schicksalsschlägen wieder aufraffen. Die es immer wieder versuchen, die noch so harte Niederlagen wegstecken. Die den olympischen Gedanken verkörpern, das „Dabei sein ist alles“ leben. Nicht den wenigen Siegern gebührt der größte Respekt – sondern den vielen Verlierern.

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