Sport : Trainer auf der Tribüne

Schiedsrichter Krug sagt, warum Huub Stevens verwiesen wurde

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NACHSPIEL

53. Minute im Berliner Olympiastadion: Beim Spiel zwischen Hertha BSC und Bayer Leverkusen gibt es Tumulte. Nach einem Foul von Berlins Lapaczinski am Leverkusener Ponte springen Bayers Ersatzspieler und Betreuer empört von der Bank. Lapaczinski wird des Feldes verwiesen. Auch Herthas Betreuer springen auf. Trainer Huub Stevens gerät mit Leverkusens Kotrainer Ulf Kirsten aneinander, schubst ihn. Irgendwann sagt Stevens „Arschloch“. Schiedsrichter Merk verweist den Trainer auf die Tribüne. Eine richtige Entscheidung, Herr Krug?

Natürlich. Laut Regelwerk müssen sich Ersatzspieler und Betreuer auf der Bank ordentlich verhalten. Wer sich am Spielfeldrand „ungebührlich benimmt“, muss mit einer Strafe rechnen. Während des Spiels darf maximal eine Person von der Bank aufstehen und Anweisungen aufs Spielfeld geben. Danach muss sie sich wieder setzen. In Deutschland sind wir eher großzügig: Meist darf der Trainer an der Bank stehenbleiben. Die Coachingzone darf er aber nicht verlassen. Wer es dennoch tut, verstößt gegen die Regeln – ebenso Trainer, die beleidigende Worte sagen oder SchiedsrichterEntscheidungen durch Gestik oder lautstarke Äußerungen abfällig kommentieren und damit das Spiel unnötig emotionalisieren. Eine Rote Karte bekommt ein Trainer nicht. Während ein ausgewechselter Spieler auf der Bank einen Platzverweis inklusive Spielsperre bekommen kann, wird ein Trainer mündlich auf die Tribüne verwiesen. Über eine mögliche weitere Bestrafung entscheiden die Sportgerichte.

Hellmut Krug (47) erklärt im Wechsel mit Manfred Amerell eine Szene des aktuellen Spieltages der Fußball-Bundesliga aus Regelsicht. Krug ist Schiedsrichter-Coach beim DFB, er hat 17 Jahre in der Bundesliga und 10 Jahre international gepfiffen. Foto: dpa

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