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Trainer beim SC Paderborn : Stefan Effenberg: "Ich bin es wirklich"

Der SC Paderborn präsentiert seinen neuen Trainer Stefan Effenberg. Der redet sich munter durch seine erste Pressekonferenz als Trainer.

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Angekommen in der Provinz. Steffen Effenberg stellt sich vor.
Angekommen in der Provinz. Steffen Effenberg stellt sich vor.Foto: Reuters/Fassbender

Die erste Hürde von Paderborn wartet schon um 8.40 Uhr am Mittwochmorgen auf Stefan Effenberg. Vor dem Flughafen Paderborn-Lippstadt. Es schneit. Hart für einen, der gerade aus Mallorca kommt und am Wochenende noch in Florida war. Aber sicher, Effenberg wäre nicht Effe, wenn er nicht darauf eine Antwort hätte: "Das Wetter war morgens ganz hervorragend, alles war weiß", sagt er. "Ich dachte, wir landen in Norwegen."

Nicht Norwegen. Aber Planet Paderborn. Da ist er am Mittwoch gelandet, der Mann, der gut mit dem Ball umgehen und seine Sprüche und Aktionen nicht immer gewinnbringend einsetzen konnte. Nun also ostwestfälische Provinz als erste Trainerstation. Zweite Liga. Rund 70 Journalisten drängeln sich im Paderborner Presseraum. Klub-Präsident Wilfried Finke kalauert sich warm. "Der Andrang ist deutlich größer als beim Hoyzer-Skandal", sagt Finke. "Aber der Anlass ist auch erfreulicher."

Stimmt. Auch für Stefan Effenberg. Den Mann, bei dem es leichter ist, sich über ihn zu amüsieren als das nicht zu tun. Zum Amtsantritt sagt er: "Ja also. Ich bin es wirklich." Und dann gibt es einen flotten Wechsel zwischen kernigen Ansagen und flotten Kalauern. Die Qualität in der Mannschaft sei da, sagt Trainer Effenberg. "Sonst wäre ich nicht hier." Und was für ein Trainertyp der Novize denn sein werde, wird er gefragt - in Anlehnung an die Geschichte um Jürgen Klopp. Effenberg sagt: "Der eine ist der 'Special One', der andere the 'Normal One' and I am 'the New One'". Und, sagt er, "ich bin ja eigentlich Spielertrainer, das ist schon ein großer Name, der jetzt auf dem Platz steht".

Was hat ihn denn ihn die ostwestfälische Provinz verschlagen? Die Überzeugung, dass alles passe, sagt er. Aber der Weg dahin sei lustig gewesen, erzählt der Kosmopolit Effenberg. Am Donnerstag vergangener Woche habe es bereits am Flughafen München Kontakt zu Paderborn gegeben. Einen Tag später ist Effenberg nach New York geflogen, um den Geburtstag seiner Tochter zu feiern. Das war dann in Florida (Tampa und Miami), doch aus den USA musste er sofort wieder weg - nach nur einem Tag. Nach Mallorca. Und dort hat er dann bei Klubchef Finke den Vertrag unterschrieben. Bis es dann am Mittwoch nach Paderborn ging. In den Schnee. Das passt zu Effenberg wie - sein verkorkstes Engagement zum Ende seiner Spielerkarriere? Damals beim VfL Wolfsburg in der niedersächsischen Provinz hatte er wenig Glück.

Aber Paderborn ist nicht Wolfsburg. Nach knapp 50 Minuten ist die erste Presskonferenz mit dem Trainer Effenberg vorbei. Am Nachmittag ist Training, am Freitag dann das erste Punktspiel unter dem neuen Chef. Gegen Eintracht Braunschweig, den Tabellenvierten. Es soll dann schon aufwärts gehen beim aktuellen Tabellen-15. Weil: "Ich schaue nicht nach unten oder zur Seite, ich schaue nur nach vorn." Und Paderborn, das passt prima: Seine Frau sei in Menden geboren. "Gleich um die Ecke." Um die Ecke sind bei Effenberg schlappe 100 Kilometer - für einen Kosmopoliten wohl eine Kurzstrecke. Egal, die Claudia Effenberg wird am Freitag im Paderborner Stadion sein, seine Eltern und sein Sohn auch. Stefan Effenberg sagt, angesprochen auf die vor ihm liegende Zwei-Drittel-Saison in Liga zwei: "Es wird noch die ein oder andere Überraschung geben. Im Positiven wie im Negativen. Aber wir werden zu den Positiven gehören."

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