Sport : Trainer-Debatte: Daum nach dem Sieg in England

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Christoph Daum soll zum 1. Juni 2001 Bundestrainer werden. Aber wer will ihn eigentlich noch, einmal abgesehen von Gerhard Mayer-Vorfelder? Der hat als designierter (und umstrittener) Präsident des Deutschen Fußball-Bundes sein Schicksal eng mit Daum verknüpft, wahrscheinlich zu eng. Es sind ja nicht nur die Gerüchte um Drogen und Prostitution, die Kritik hervorrufen an der Entscheidung, den Leverkusener Daum wie geplant zum höchsten Fußballehrer des Landes zu bestellen. Schon vor diesem Gerede gab es Zweifel, genährt durch die Erfolge der Übergangslösung Rudi Völler. Diese Zweifel sind durch den Sieg der deutschen Mannschaft in London nicht geringer geworden. Daum ist gefangen in einem Labyrinth, aus dem es keinen Ausweg gibt. Seine moralische Integrität wird er schwer nachweisen können, so unfair das Umdrehen der Beweislast auch erscheinen mag. Und gegen die Erfolge des Rudi Völler kann und wird er auch nicht anreden. Umgekehrt wird Völler einen Teufel tun, seine Loyalität Daum gegenüber abzulegen. Wie Franz Beckenbauer oder Karl-Heinz Rummenigge kann Völler zuschauen, wie der Druck immer größer wird. Alle warten sie darauf, dass Daum aufgibt, und Mayer-Vorfelder am besten gleich mit. So ist das, wenn ein Umstrittener den anderen stützt.

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