Trainer-Experiment bei Hertha BSC : Pal Dardai bringt nur zehn Tage Atempause

Auch mit dem neuen Trainer Pal Dardai ist die Verunsicherung bei Hertha BSC groß. Unser Autor Sven Goldmann befürchtet, dass Dardais Zeit als Vereinstrainer schon bald abgelaufen sein könnte. Ein Kommentar.

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Pal Dardais Karriere als Hertha-Trainer könnte bald wieder vorbei sein. Foto: dpa
Pal Dardais Karriere als Hertha-Trainer könnte bald wieder vorbei sein.Foto: dpa

Nicht so gut gelaufen, dieses Debüt des Fußballtrainers Pal Dardai im Berliner Olympiastadion. Mit einer vogelwild durcheinander gewirbelten Aufstellung, einem nicht einmal in Ansätzen zu erahnenden Plan und der in dieser Offenheit selten erlebten Selbstbezichtigung, er habe da vielleicht bei der Trainingssteuerung ein bisschen etwas durcheinander gebracht. In der Summe aller Versäumnisse stand eine logische Niederlage gegen den SC Freiburg, sie ließ Hertha BSC auf den vorletzten Platz der Bundesligatabelle trudeln und verheißt wenig Hoffnung auf kurzzeitige Besserung.

Die Verunsicherung rund um das Olympiastadion ist eng mit Dardai verknüpft – und doch nicht seine Schuld. Niemand hat ernsthaft erwarten können, dass ein Jugendtrainer durch Handauflegen und Gute-Laune-Übungen alles besser macht, als es der bei aller Kritik an seinem Führungsstil unumstrittene Fachmann Jos Luhukay gemacht hat. Hertha hat sich gern blenden lassen durch das 2:0 zu Dardais Einstand in Mainz. Schon dieses Erfolgserlebnis war weniger eigener Klasse denn der Dussligkeit des Gegners geschuldet.

Herthas Trainer seit 1997
Pal Dardai übernahm Anfang Februar die Trainerstelle von Jos Luhukay. Dem Bundesliga-Rekordspieler von Hertha BSC wurde Rainer Widmayer zur Seite gestellt, einst Co-Trainer unter Markus Babbel in Berlin. Foto: dpaWeitere Bilder anzeigen
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05.02.2015 15:12Pal Dardai übernahm Anfang Februar die Trainerstelle von Jos Luhukay. Dem Bundesliga-Rekordspieler von Hertha BSC wurde Rainer...

Pal Dardai hat Herthas Präsidium und der Geschäftsführung zehn Tage lang Luft zum Atmen gegeben. Ein Vereinsidol zur Beruhigung der bunten Blätter und der Fankurve. Eine Strategie sieht anders aus. Am Sonntag gastiert Hertha bei den furiosen Wolfsburgern, eine Woche danach kommt die Überraschungsmannschaft aus Augsburg nach Berlin. Nach den Eindrücken vom Sonntag spricht einiges dafür, dass Dardais Zeit dann schon abgelaufen ist. In diesem Fall wäre seine Karriere als Vereinstrainer beendet, bevor sie überhaupt begonnen hat. Und das für zehn Tage Atempause.

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