Sport : Trainer Kohler ist Stuttgart zu teuer

Oliver Trust

Stuttgart - Die Pressestelle des VfB Stuttgart hatte die Einladung zur Vorstellung des neuen Trainers Jürgen Kohler schon fertig in der Schublade. Aber der VfB muss sich weiter auf Trainersuche begeben. „Wir sind vertraglich nicht zusammengekommen, es ging um verschiedene Punkte“, sagte Präsident Erwin Staudt, der einen Nachfolger für den zu Bayern München abgewanderten Felix Magath braucht. „Irgendwann muss man sich in die Augen schauen und sagen, danke, das war’s.“

Dabei war der Zwei-Jahres-Vertrag mit dem 38-jährigen Sportdirektor von Bayer Leverkusen so gut wie ausgehandelt. Der ehemalige U-21-Nationaltrainer bestand aber hartnäckig auf einer Abfindung für den Fall seiner Entlassung, die seine gesamte Vertragslaufzeit abdeckt. Die Stuttgarter boten nur eine geringere Summe. „Das kann jetzt eine Woche oder auch drei dauern“, sagte Staudt. Nun stehen wieder Branchengrößen wie der Dortmunder Matthias Sammer, Guus Hiddink (PSV Eindhoven) und der ehemalige Hertha-Trainer Huub Stevens auf der Liste der Schwaben.

In Stuttgart war der Kandidat Kohler auf Kritik gestoßen. „Ich war total überrascht“, sagte der frühere Nationalspieler Guido Buchwald. „U-21-Trainer ist etwas anderes als Bundesligatrainer“, so Buchwald. Auch Kapitän Zvonimir Soldo soll sich gegen Kohler, der noch nie eine Vereinsmannschaft betreut hat, ausgesprochen haben. Und Assistenztrainer Krassimir Balakow habe gefragt: „Was hat Kohler, was ich nicht habe?“ Am Ende setzte sich wohl die Erkenntnis durch, Kohler gehe es mehr um Geld als um die Chance, sich mit Stuttgarts junger Mannschaft erste Verdienste zu erwerben.

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