Trainer Neuhaus verlängert : Union ist schneller als Hertha

Trainer Uwe Neuhaus verlängert seinen Vertrag beim 1. FC Union bis zum Sommer 2014. Er könnte damit zum Rekordtrainer des Köpenicker Zweitligisten werden.

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Uwe Neuhaus ist Unions Mann der Zukunft.
Uwe Neuhaus ist Unions Mann der Zukunft.Foto: dapd

Berlin - Die Berliner Fußballvereine Union und Hertha pflegen eine alles in allem gesunde Rivalität. Hertha ist dem lokalen Konkurrenten einen Spielklasse voraus, dafür weiß der 1. FC Union seit Mittwoch, wer die Mannschaft in der kommenden Saison trainiert. Während Hertha immer noch auf ein klärendes Wort von Markus Babbel wartet, ist die Personalie in Köpenick zur allgemeinen Zufriedenheit geklärt: Uwe Neuhaus bleibt Berliner. Sein im Sommer auslaufender Vertrag wurde um zwei Jahre bis 2014 verlängert. Zwar wollte sich der 52-Jährige in den vergangenen Wochen zu seiner beruflichen Zukunft nicht äußern. Da er sich aber beim 1. FC Union sehr wohl fühlt und seinen Lebensmittelpunkt nach Berlin verlegt hat, ist seine Vertragsverlängerung keine Überraschung mehr.

„Union hat unter Uwe Neuhaus eine äußerst positive sportliche Entwicklung genommen“, sagte Präsident Dirk Zingler. „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass er als Mensch einfach zu uns passt, als Trainer die Mannschaft Schritt für Schritt weiter voranbringt und auch schwierige Phasen meistern kann.“ Uwe Neuhaus, der seit Sommer 2007 in Köpenick arbeitet, kann auf erfolgreiche Jahre bei Union zurückblicken. In der Regionalligasaison 2007/08 wurde der Aufstieg in die Zweite Liga nur knapp verpasst. Im Jahr darauf feierte sein Team souverän die Meisterschaft und den Aufstieg, und in der Zweiten Liga gelang ihm zweimal der Klassenerhalt.

In der laufenden Saison sieht es so aus, als würde Union zum ersten Mal auf einem einstelligen Tabellenplatz landen. Nach der Hinrunde ist die Mannschaft Siebter, und noch nie hatte sie bis dahin so viele Punkte gesammelt. „Wenn ich meine fast fünf Jahre in Berlin sehe, ist es stetig aufwärts gegangen“, sagt Neuhaus. „Im Moment läuft es gut. Wir wollen noch mehr. Ob es so weitergeht, ist schwer zu sagen und nicht planbar.“ Eine Strategie hat der als akribischer Arbeiter bekannte Neuhaus allemal. Viele Spieler besitzen langfristige Verträge. Chinedu Ede, Michael Parensen und Christopher Quiring sind bis 2015 gebunden. Patrick Kohlmann, John Jairo Mosquera und Silvio haben bis 2014 unterschrieben. Von den Stammspielern läuft nur der Vertrag von Torhüter Jan Glinker aus, mit dem es im Januar Gespräche geben wird.

Mittelfristig hat Neuhaus die Bundesliga im Blick. „Als Spieler habe ich alle meine Ziele erreicht, obwohl ich lange warten musste, ganz nach oben vorzudringen. Darauf hoffe ich auch als Trainer. Einige Jahre habe ich ja noch“, sagte Neuhaus, dessen Vertrag für die obersten drei Ligen gilt. Wenn er ihn mindestens bis zur Hälfte erfüllt, steigt er zum Union-Trainer mit der längsten Verweildauer auf. Den bisherigen Rekord hält Heinz Werner, der von 1976 bis 1982 sechseinhalb Jahre im Amt war. Schon jetzt ist Neuhaus nach Thomas Schaaf von Werder Bremen der Trainer, der aktuell am längsten bei einem deutschen Profiverein auf der Bank sitzt.

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