Sport : Trainer ohne Athleten

SC Magdeburg suspendiert Thomas Springstein

Friedhard Teuffel

Berlin - Der des Dopings verdächtige Leichtathletiktrainer Thomas Springstein hat am Donnerstag alle Vorwürfe zurückgewiesen. Sein Rechtsanwalt Peter-Michael Diestel, letzter Innenminister der DDR, erklärte: Alle Anschuldigungen seien „gänzlich an den Haaren herbeigezogen“. Sein Mandant werde sich konstruktiv an der Aufklärung der „absurden Vorwürfe“ beteiligen. Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag in Springsteins Haus Arzneimittel gefunden, die unter anderem die Dopingsubstanz Testosteron-Undecanoat enthalten.

Die strafrechtlichen Ermittlungen haben für den Leichtathletiktrainer Thomas Springstein jedoch schon erste Konsequenzen. Das Präsidium des SC Magdeburg teilte mit, dass Springstein „auf Grund der durch die Staatsanwaltschaft gesicherten Indizien von der Betreuung jeglicher SCM-Sportler entbunden“ werde. Rechtsanwalt Diestel kündigte an, dass sich Springstein dagegen juristisch wehren werde.

Auch Nils Schumann beendete die Zusammenarbeit mit dem 46 Jahre alten Springstein. „Ich bin geschockt. Es ist ein Schritt, um mich zu distanzieren“, sagte der 800-Meter-Olympiasieger von 2000 der Deutschen Presseagentur. Er wolle Springstein nicht schuldig sprechen, müsse in dieser Situation aber auch an sich denken. Gleichwohl sei er mit Springsteins Arbeit sehr zufrieden gewesen. „Er hat mir die Freude am Laufen zurückgegeben.“

Inzwischen muss sich auch Springsteins Lebensgefährtin Grit Breuer erklären. Die mehrfache Europameisterin war von Dopingkontrolleuren am Mittwoch nicht angetroffen worden. Sie hatte sich nicht abgemeldet, bevor sie mit Springstein in den Urlaub nach Griechenland fuhr. Wenn sie die Probe vorsätzlich versäumt haben sollte, erhält sie allerdings nur eine Verwarnung, es wäre ihre erste versäumte Dopingprobe. „Sie ist sonst sehr sorgfältig“, sagte DLV-Justiziarin Tanja Haug. Anwalt Diestel erklärte in Breuers Auftrag: „Ihren planmäßigen Jahresurlaub hat sie nach üblicher Abstimmung mit dem SC Magdeburg angetreten. Die entsprechende Abmeldung geschah wie in den unbeanstandet gebliebenen Jahren zuvor.“

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