Sport : Trainer Ottmar Hitzfeld: "Ein Sieg bedeutet eine kleine Vorentscheidung"

Jörg Kottmeier

Die Blamage gegen Stuttgart noch im Kopf, aber die Zwischenrunde in der Champions League vor Augen: Bayern München kann gegen den FC Valencia am Dienstag (20.45 Uhr/live bei tm 3) im vierten Spiel in elf Tagen den Grundstein für die nächste Runde im Fußball-"Millionenspiel" legen. "So ein schlechtes Spiel wie gegen den VfB sieht man beim FC Bayern nie wieder. Ein Sieg, und wir sind fast weiter", erklärt Torjäger Giovane Elber. "Gegen Valencia werden wir andere Bayern sehen. Denn ein Sieg bedeutet eine kleine Vorentscheidung", sagt Trainer Ottmar Hitzfeld vor dem dritten Auftritt in Vorrunden-Gruppe F.

Gegen den viermaligen Spanischen Meister und sechsmaligen Pokalsieger muss sich das Münchner Star-Ensemble allerdings mächtig steigern, will es als Tabellenführer in die Rückspiele gehen. "Wenn man zu Hause gegen einen Mitfavoriten spielt, muss man die drei Punkte holen", fordert Hitzfeld.

Tatsache ist: Der Rekordmeister ist noch meilenweit von seiner Glanzform im Vorjahr entfernt. In der Bundesliga als Vierter erst sieben Tore in sechs Spielen, im Europapokal ein Zittersieg gegen Eindhoven (2:1) und ein glückliches 1:1 in Glasgow - bei den Bayern ist die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit riesengroß. Und nun kommt auch noch Krach hinzu. Dauerreservist Thorsten Fink droht mit Weggang: "In dieser Saison bin ich in acht Spielen erst einmal aufgeboten worden. Wenn das so bleibt, sollen sie mich verkaufen."

Das dürfte Hitzfeld nicht gern gehört haben, predigt er doch immer wieder den Teamgeist. Und gerade gegen den FC Valencia, der die Bayern 1996 in der ersten Runde des Uefa-Pokals ausgeschaltet hat, ist das ganze Team gefordert. Der Trainer erwartet einen defensiven Gegner und warnt: "Wir dürfen nicht ins offene Messer laufen und müssen auch mal einen Ballverlust riskieren." Vor allem vor Valencias Torjäger Claudio Lopez, genannt die "Laus" (Piojo), hat der Coach großen Respekt: "Der allein ist 80 Millionen Mark wert und brandgefährlich." Im Vorjahr erzielte der Argentinier 21 Tore und hatte entscheidenden Anteil am Gewinn des Pokals und des Supercups.

Doch derzeit läuft es noch nicht bei den unberechenbaren Spaniern, die sich als Team mit zwei Gesichtern präsentieren. Die Mannschaft von Hector Cuper ist mit nur einem Punkt aus fünf Spielen in der spanischen Meisterschaft Letzter, hat erst drei Tore erzielt. Dafür führen sie nach dem 2:0 gegen Glasgow und dem 1:1 in Eindhoven die Gruppe F an.

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