Sport : Trainer Ribbeck fühlt sich "als Flasche hingestellt" - Bierhoff nimmt Stellung

Während sich Teamchef Erich Ribbeck mit einer flammenden Verteidigungsrede gegen die Kritik an seiner Person zur Wehr gesetzt hat, fordert Kapitän Oliver Bierhoff so schnell wie möglich eine personelle Weichenstellung in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

"Ich werde derzeit als Flasche hingestellt, die nicht weiß, was sie will. Ich weiß das sehr wohl: Ich will die bestmögliche Mannschaft stellen", sagte der 62-jährige Ribbeck in einem Interview mit der "Abendzeitung" in München. Dagegen erklärte Torjäger Bierhoff der "Welt": "Ich glaube, es ist wichtig, mit einem gewissen Spielergerüst in die EM zu gehen. Irgendwann muss man sich dafür entscheiden ... Ich glaube, es ist ratsam, jetzt zu sagen: Ein gewisses Gerüst der ersten Elf, und seien es sechs, sieben Spieler - dafür versuche ich mich zu entscheiden." Der Milanstar monierte, dass die ständigen Wechsel für Unruhe sorgen würden.

Ribbeck blickt indes der EM nach dem 1:1 in Kroatien vor einer Woche optimistisch entgegen: "Ich bin zuversichtlich für die EM. Das war ein guter Test für die Charakterstärke der Spieler. Da haben der Hamann, der Wosz und der alte Matthäus die Leute weggegrätscht. Die Moral stimmt, das war ein Zeichen, dass die Identifikation vorhanden ist. Ich sehe sowas, ich bin kein Spinner."

Bierhoff nahm auch zum "Fall" Jens Jeremies Stellung. Der Spieler des FC Bayern München hatte herbe Kritik am Zustand der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geübt ("jämmerlich"), woraufhin Ribbeck ihm mit dem Rauswurf gedroht hatte. "Ich glaube, der Trainer hat genügend Erfahrung, um mit solchen Situationen umgehen zu können. Wichtig ist, dass man eine Linie hat. Die muss er jetzt gehen, wie auch immer", sagte Bierhoff. Jeremies sei auf seine Art recht direkt und offen. "Ich sehe das nicht als so schlimm an, habe aber so direkt jetzt nicht damit gerechnet", meinte Bierhoff. Der Aussage von Jeremies, der in den letzten fünf Jahren keine Fortschritte im Spiel der deutschen Auswahl festgestellt habe, pflichtet Bierhoff größtenteils bei: "Letztendlich war das Bild der letzten fünf Jahre, wenn nicht allzu großer Druck da war, eher flau. Aber dann, wenn es darauf ankam, waren wir doch da."

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