Sport : Trainer Schäfer fühlt sich vor dem Spiel beim 1. FC Nürnberg wieder obenauf

Benedikt Voigt

Es war ein angenehmes Wochenende für Winfried Schäfer. Erst kam der zuletzt unter Druck geratene Trainer von Tennis Borussia am Freitagabend gegen den FSV Mainz 05 zu seinen ersten drei Punkten seit fünf Spielen. Dann fielen auch die Ergebnisse der Konkurrenten am Sonnabend und Sonntag in seinem Sinne aus. Cottbus verlor, Aachen ging leer aus, und sogar der Sieg des VfL Bochum im Verfolgerduell über den 1. FC Nürnberg kommt dem Übungsleiter zupass. Schäfer sagt: "Ist doch gut, dann bleiben wir auf Platz drei."

Was der Trainer auch noch positiv findet: Nun muss der 1. FC Nürnberg heute im Frankenstadion (19 Uhr) gegen Tennis Borussia gewinnen, um die Berliner in der Tabelle von Platz drei zu verdrängen. "Endlich eine Mannschaft, die sich nicht hinten reinstellt und froh ist, nur 0:1 zu verlieren", freut sich Schäfer. Das kommt den Berlinern entgegen. Mannschaften wie Fortuna Köln oder Kickers Offenbach, die auf Defensive setzen, durften nämlich zuletzt gegen Tennis Borussia stets einen Zähler abholen. Die Partien gegen spielerisch stärkere Mannschaften hingegen zählten in dieser Saison zu den wenigen Höhepunkten des Aufstiegsaspiranten. Das 2:2 in Köln beeindruckte die Beobachter ebenso wie das 6:2 in Bochum. Schäfer warnt jedoch davor, den Absteiger aus Nürnberg zu unterschätzen: "Die Mannschaft ist fast zusammengeblieben, nur Baumann und Ciric fehlen."

Letzterer spielt nun für Tennis Borussia, doch gegen seine alten Kameraden wird der Mazedonier nicht auflaufen. Der Stürmer zog sich gegen Mainz eine Innenbanddehnung zu. Damit wird Ciric langsam zu einer unglücklichen Figur bei TeBe. Zu Saisonbeginn hatte der Angreifer einen Stammplatz sicher, dann warf ihn eine Verletzung aus der Mannschaft. Am Freitag durfte er wieder beginnen, doch nun steht Ciric neben Mathias Hamann wieder auf der Verletztenliste. Kirjakow wird vom erneuten Ausfall des Kollegens profitieren. "Kiki ist erfahrener", sagt Schäfer, "Enrico Kern führe ich erst langsam ans Team heran."

Ansonsten baut der Trainer auf die Elf, die gegen Mainz gewann. "Wir wollen unseren Platz mit der selben Einstellung wie gegen Mainz verteidigen." Dabei tat sich Unruhestifter Ansgar Brinkmann positiv hervor. Schäfer fühlt sich bestätigt: "Ich habe richtig gehandelt, ich hätte Brinkmann auch opfern können." Anders verhält es sich jedoch mit Abderrahim Ouakili, der zweimal gegenüber Mitspielern handgreiflich wurde und nicht mehr dem Kader angehört. "Er muss zeigen, dass er in die Mannschaft zurück will."

Seit dem jüngsten Erfolg sieht sich Schäfer gegenüber seinen Kritikern wieder obenauf. "Nach dem Köln-Spiel hat niemand verstanden, dass ich eine positive Entwicklung sehe", erzählt der Fußball-Lehrer. Doch mit neun Mann habe man in der zweiten Halbzeit den positiven Trend eingeläutet. Nun ist er optimistisch, weil inzwischen auch die "Topleute", wie er einige seiner Spieler nennt, kämpfen. "Es kommt langsam." Weil Platz eins bis zur Winterpause bereits außer Reichweite ist, begnügt sich Aufstiegsoptimist Schäfer inzwischen auch mit Rang zwei oder drei. Hauptsache, man steht am Schluss oben. "Das ist ein Langzeitprojekt, das wir haben."

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