TRAINERWECHSEL BEIM 1. FC NÜRNBERG : „Er hat Erfahrung im Abstiegskampf“

Als Thomas von Heesen um die Ecke bog, smart im Anzug, da war alles anders in Nürnberg. Nicht mehr witzig wie bei Hans Meyer, sondern ernst. Von Heesen erhielt einen Vertrag bis 2009 und wird am Donnerstag die Mannschaft im Uefa-Cup- Spiel bei Benfica Lissabon betreuen. Knapp stellte Manager Martin Bader die Vorzüge von Heesens heraus: „Er war frei, hatte Erfahrung in der Bundesliga und im Abstiegskampf mit Bielefeld.“ Am Montag hatte Bader mit von Heesen verhandelt, am Abend musste Meyer zu einer Präsidiumssitzung antreten und wurde dort mit der Entlassung konfrontiert. Meyer erfuhr vom drohenden Unheil kurz vor der Sitzung von Nürnberger Journalisten: „Du wirst jetzt gleich entlassen.“ Manager Bader entschuldigte sich bei Meyer dafür: „Es ist nicht schön, dass das vorher nach außen getragen wurde, das tut uns leid."

Viele Fans sind sauer. Am Dienstag musste ein Sicherheitsdienst das erste Training ohne Meyer bewachen. Am Zaun hingen Plakate: „Danke, Hans.“Für manch anderen hat Meyer seinen Rauswurf billigend in Kauf genommen. Die Ultimaten, die er sich selbst stellte, missfielen dem Präsidium. Meyer hatte nicht nur über sein baldiges Aus („vielleicht schon Ende Februar“) spekuliert, sondern auch klargestellt, er werde dem Verein nicht in die Zweite Liga folgen.

Worüber Martin Bader gestern nicht sprach, war die Distanz zwischen Meyer und dem Team, die die Vereinsführung spürte.

„Ich werde den Kontakt zu Hans Meyer suchen“, sagte Thomas von Heesen gestern. „Es geht um den Klassenerhalt. Ich liebe Druck und möchte, dass eine Art Befreiung stattfindet.“ Oliver Trust

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