Trainerwechsel beim HSV : Möller darf van Marwijk nicht beraten

Mit Andreas Möller wollte Bert van Marwijk in Hamburg zusammenarbeiten. HSV hat aber keinen Platz für den Ex-Nationalspieler

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Der neue HSV Trainer Bert van Marwijk (rechts) mit dem Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow.
Der neue HSV Trainer Bert van Marwijk (rechts) mit dem Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow.Foto: dpa

Der Hamburger SV bekommt seinen nächsten Wunschtrainer. „Wir freuen uns, dass wir mit Bert van Marwijk einen Trainer für den HSV gewinnen konnten, der über große Erfahrung verfügt und seine Kompetenz mehrfach unter Beweis gestellt hat“, sagte der Hamburger Sportchef Oliver Kreuzer. Dass es der 61 Jahre alte Niederländer werden sollte als Nachfolger Thorsten Finks, war schon seit Sonntag klar. Doch erst musste noch der Aufsichtsrat des HSV zustimmen, und zwar nicht der Person van Marwijk, sondern lediglich dem Finanzrahmen dieser Verpflichtung.

Bert van Marwijk soll beim Tabellen-Sechzehnten der Bundesliga etwa 1,4 Millionen Euro verdienen. Ein Gehalt in Finks Größenordnung. Hingegen konnten sich die Kontrolleure nicht dazu durchringen, van Marwijks erwünschten Berater durchzuwinken: Andreas Möller, ehemaliger deutscher Nationalspieler, sollte mit van Marwijk an die Elbe wechseln. Und zwar nicht als Assistenztrainer, sondern als Bindeglied zwischen Trainerteam, Mannschaft und Klub. Das wäre ein spannender Posten gewesen, den es so bisher nicht gab beim HSV. Weil Finks Betreuerstab aber komplett gehalten werden soll – auch um nach Fink und dem entlassenen Sportchef Frank Arnesen weitere Abfindungen zu sparen – war weder Geld noch Platz für Möller vorhanden. Für Sportchef Kreuzer wäre die Verpflichtung auch ein merkwürdiges Signal gewesen, soll er doch irgendwann der starke Mann beim HSV sein. Die Entlassung Finks und die Bestallung van Marwijks hat er für Hamburger Verhältnisse schon mal geräuschlos hinbekommen.

Van Marwijk war zuletzt Trainer der niederländischen Nationalelf und hatte nach seinem Rücktritt während der Europameisterschaft im Juni 2012 nicht mehr gearbeitet. Er soll am Mittwoch vorgestellt werden und wird am Samstagabend beim Bundesligaspiel in Frankfurt erstmals auf der Bank sitzen.

In der Zweitrundenpartie im Pokal gegen Zweitliga-Tabellenführer Greuther Fürth (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) verließ sich der HSV noch auf die Fähigkeiten des Interimstrainers Rodolfo Cardoso, der normalerweise die Regionalliga-Mannschaft coacht. Beim 0:2 gegen Werder Bremen am Samstag hatte Cardoso durch eine ungewöhnliche Aufstellung und krude Wechsel seinen Anteil an der Niederlage.

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