Sport : Training fürs Halbfinale

Der FC Bayern schlägt im Viertelfinale des DFB-Pokals den SC Freiburg 7:0

Christoph Kieslich[Freiburg]

In der Freiburger Fankurve hatten sie ein gelbes Plakat ausgerollt. Darauf stand geschrieben: „Endstation Freiburg – alle Bayern bitte aussteigen“. Der abstiegsgefährdete SC Freiburg sollte im Pokal den FC Bayern schlagen, ins Halbfinale einziehen und Selbstbewusstsein für die Bundesliga sammeln. Dieser hübsche Plan ging komplett nach hinten los. Das Pokalviertelfinale gestern vor 22 500 Zuschauern im Freiburger Badenova-Stadion gewann der Rekordmeister und Rekordpokalsieger aus München mit 7:0. Zur Halbzeit führten die Bayern bereits mit 5:0; die ersten Freiburger Zuschauer hatten sich bereits auf den Heimweg gemacht.

Felix Magath konnte wenige Tage nach dem 1:0-Sieg der Bayern in Freiburg in der Bundesliga wieder Michael Ballack einsetzen. Auf der Bank blieb für in Zé Roberto. Ganz andere Sorgen hatte Freiburgs Trainer Volker Finke, der seinen Torwart Richard Golz zu ersetzen hatte. Für Golz hütete Julian Reinard das Tor. Noch ehe sich der 21-Jährige an die Pokalatmosphäre gewöhnt hatte, war er von Claudio Pizarro überrumpelt worden. Der Bayern-Stürmer erzielte zwischen der dritten und siebenten Minute die ersten beiden Tore. Wenig später erhöhten Ballack, Roy Makaay und wieder Pizarro auf 5:0. Das Spiel war gelaufen. Dass kurz vor der Pause auch noch Freiburgs Mohamad wegen einer Notbremse gegen Makaay vom Feld musste, ließ die Chancen der Freiburger nicht gerade steigen. Uli Hoeneß, der Manager des FC Bayern, jubelte daher: „Unsere Mannschaft spielt heute wie aus einem Guss.“

Neun Jahre ist es her, das Freiburg das bisher letzte Mal den FC Bayern schlagen konnte. Doch davon waren die Freiburger gestern meilenweit entfernt. Stark ersatzgeschwächt präsentierte sich die Elf von Trainer Finke mut- und ideenlos. Die Bayern gewannen mit wenig Aufwand fast alle Zweikämpfe. Das Deckungsverhalten der Freiburger war schlicht katastrophal. „Das war nicht mehr als eine bessere Trainingseinheit für die Münchner“, sagte Joachim Löw, der Assistent von Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

Die Bayern konnten es sich leisten, Oliver Kahn bei Halbzeit in der Kabine zu lassen. Für den frierenden Kahn kam Michael Rensing zum Einsatz. Im zweiten Abschnitt ließen die Bayern etwas Gnade walten. Für sie war es nicht mehr als ein lockeres Auslaufen. Den Freiburgern gelang nichts. Vielmehr konnte es Pizarro nicht lassen. Sein viertes Tor zum 6:0 fiel genau nach einer Stunde. Später traf sogar noch der eingewechselte Vahid Hashemian zum 7:0. Für den Iraner war es das erstes Pflichtspieltor für die Bayern seit dem Sommer. Die Freiburger Fans, so sie noch anwesend waren, schunkelten gegen die Kälte und das Ausscheiden aus dem Pokal.

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