Sport : Training tief im Nebel

Kjetil Rekdal und ein Bremer Spion schauten bei Hertha vorbei

André Görke

Berlin. Der Wagen stand neben dem Platzwartbüro, nur wenige Meter vor dem Trainingsgelände von Hertha BSC: Ein schwarzer Mercedes mit Bremer Kennzeichen. Meine Güte, ein Spion! Und das vor Herthas Heimspiel heute im Olympiastadion gegen Werder Bremen (15.30 Uhr). Schnell sprangen Herthas Späher Rudi Wojtowicz und Uli Mohr in ihren Wagen und suchten nach dem Bremer Kollegen. Vielleicht verzog sich Herthas Trainer Huub Stevens deshalb lieber auf einen der Nebenplätze, die im dichten Nebel lagen. Nur weit weg von den Zuschauern! Irgendwann gab ein Sicherheitsbeamter dann Entwarnung: Der Mann sei verschwunden.

Kjetil Rekdal, der bis vor zweieinhalb Jahren noch bei Hertha BSC spielte, bekam von dem Stress nichts mit. Drei Tage sei er in Berlin, „ganz privat“, und eigentlich will er sich ja nur das Trainingsgelände und das Spiel der alten Kollegen gegen Bremen anschauen. „Ganz privat“ war Rekdal nicht in Berlin – sondern auch aus geschäftlichen Gründen. Der 34-Jährige ist Trainer des norwegischen Erstligisten Valerenga Oslo, und gerne würde er mit einem Bundesligisten kooperieren. Vor einem halben Jahr hatte sich Rekdal schon um eine Zusammenarbeit mit Werder Bremen bemüht. Wie die Kooperation aussehen könnte? Hertha BSC würde zwei, drei junge Spieler nach Norwegen ausleihen, damit sie Spielpraxis sammeln. „Norwegens erste Liga ist besser als in Deutschland die Regionalliga“, sagt Rekdal. Im Gegenzug hätte Hertha BSC zum Beispiel Vorkaufsrecht auf Fußballprofis auf dem norwegischen Markt. Rekdal drückte Herthas Manager Dieter Hoeneß gestern einige Unterlagen in die Hand, „da soll er mal reinschauen“.

Leider hatte Hoeneß gestern nicht so viel Zeit. Der Manager hatte aktuellere Dinge im Kopf. Gestern fiel die Entscheidung, wann Hertha am Dienstag im Uefa-Cup gegen den FC Fulham spielt. Das Ergebnis: Anstoß wird nun nicht, wie geplant, um 18 Uhr sein – sondern schon um 17.30 Uhr. Die Uefa hatte protestiert, da es bei dem ursprünglichen Anstoßtermin zu Überschneidungen mit Spielen der Champions League gekommen wäre.

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