Trainingsauftakt bei Hertha BSC : Wo geht es hier zum Klassenerhalt?

Hertha BSC startet in die Vorbereitung auf die Rückrunde, Änis Ben-Hatira lässt den Afrika-Cup aus und Trainer Jos Luhukay kündigt an, dass in den nächsten Wochen personell noch etwas passieren kann.

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Der Auftakt. Jos Luhukay begrüßt sein Team aus der Weihnachtspause.
Der Auftakt. Jos Luhukay begrüßt sein Team aus der Weihnachtspause.Foto: dpa

Während der Weihnachtsferien hat es bei Hertha BSC tiefere Einschnitte gegeben – allerdings nur auf dem Trainingsgelände. Ein paar morsche Bäume neben dem Schenckendorffplatz sind gefällt worden. Licht und offen wirkt das Gelände plötzlich. Sonst aber ist bei Hertha alles beim Alten geblieben, größere Veränderungen sind nicht geplant. Bei der Mannschaft sind weder tiefe Einschnitte zu erwarten noch – wegen der prekären Tabellensituation – exzessive Zukäufe. „Vielleicht machen wir nichts“, sagte Trainer Jos Luhukay. „Es kann in den nächsten vier Wochen aber auch noch das eine oder andere passieren.“

Als halbwegs sicher gilt bisher nur, dass Hany Mukhtar den Verein noch in der laufenden Transferperiode verlassen wird. Sein Vertrag endet ohnehin im Sommer, auf eine Verlängerung haben sich beide Seiten nicht verständigen können – vielleicht auch, weil der der 19-Jährige trotz einiger personeller Engpässe im offensiven Mittelfeld bei Luhukay keine Rolle gespielt hat. Mukhtar, im Sommer noch gefeierter Siegtorschütze im Finale der U-19-EM, hat es in dieser Saison nur ein einziges Mal in den Kader des Berliner Fußball-Bundesligisten geschafft.

Beim Trainingsauftakt nach dem Winterurlaub lieferte Hany Mukhtar das passende Bild zu seiner aktuellen Situation. Während seine Kollegen in kleineren Gruppen zum Trainingsplatz schlenderten, kam er ganz alleine. Als hätte Mukhtar noch einmal zeigen wollen, dass er schon gar nicht mehr richtig dazugehört. Am Wochenende war er zum Medizincheck bei Benfica Lissabon, eine Einigung des Portugiesischen Meisters mit Hertha steht allerdings noch aus. Luhukay fände es schade, wenn Mukhtar Hertha tatsächlich verließe. Schon im September 2013, vor knapp anderthalb Jahren also, habe man das erste längere Gespräch mit dem Berater des Spielers geführt, seitdem habe es noch einige weitere gegeben. Ohne Erfolg. „Wir können und müssen uns da keinen Vorwurf machen“, sagte Luhukay.

Angesichts Mukhtars bisheriger Bilanz bei den Profis wäre der Verlust für Hertha kurzfristig zu verkraften; ob der Klub auf dem Transfermarkt aktiv wird, hängt von anderen Personalien ab. Luhukay sprach von einigen Fragezeichen. Das größte steht immer noch hinter Tolga Cigerci. Für dessen Rückkehr ins Training gibt es weiterhin keinen konkreten Termin. Beim Jahresauftakt fehlten auch Salomon Kalou (Afrika-Cup), Roy Beerens und Per Skjelbred. Beerens arbeitet nach seiner Sprunggelenksverletzung noch in der Reha, Luhukay hofft aber, dass sein holländischer Landsmann im Trainingslager in Belek (18. bis 24. Januar) das komplette Programm absolvieren kann. Skjelbred, der weiterhin über Wadenprobleme klagt, soll am Donnerstag wieder einsteigen.

Bei Änis Ben-Hatira wird es noch ein paar Tage länger dauern. Der Offensivspieler war am Wochenende bei der tunesischen Nationalmannschaft, um sich dort noch einmal untersuchen zu lassen. Am Montag meldete er sich telefonisch bei Hertha und teilte mit, dass er nach Berlin zurückkehren und nicht für Tunesien beim Afrika-Cup spielen werde.

Jos Luhukay kann das recht sein. Herthas Lage mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsrang ist alles andere als komfortabel, zumal das vergangene Jahr mit einer psychologisch eher nachteiligen 0:5-Niederlage gegen Hoffenheim geendet hatte. Mit der Vergangenheit will sich Luhukay nicht mehr abgeben. Die Hinrunde sei analysiert, „wir wissen, wo wir ansetzen können und müssen“, sagte der Holländer.

Vor allem das Defensivverhalten steht bis zum Rückrundenstart auf der Agenda, damit Hertha im Frühjahr den Verbleib in der Bundesliga feiern kann. Um nichts anderes gehe es in der Rückrunde, aber das habe man auch schon vor der Saison so kommuniziert, sagt Luhukay. „Es ändert sich nichts. Was sich ändern muss, ist, dass wir eine bessere Rückrunde spielen.“

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