Trainingslager des 1. FC Union : Zwei Verletzte, zwei Abgänge, ein neuer Star

Der Zweitligist kehrt mit einigen Veränderungen aus dem Trainingslager in Spanien zurück. Mit Rekordtransfer Sebastian Polter wollen die Köpenicker in der Rückrunde angreifen.

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Es geht voran. Trainer Jens Keller will eine starke Rückrunde sehen.
Es geht voran. Trainer Jens Keller will eine starke Rückrunde sehen.Foto: dpa/Pedersen

Am letzten Tag des Trainingslagers bekam der Aufenthalt des 1. FC Union an der Costa Blanca sogar noch eine winterliche Note. Der abschließende Lauf der Fußballprofis aus Köpenick fand am frühen Mittwochmorgen bei Schneefall statt. Das hat es in den vergangenen sechs Jahren, in denen Union im Januar in Spanien Quartier machte, noch nie gegeben. Abgesehen von den letzten beiden unwirtlichen Tagen war Trainer Jens Keller aber mit den äußeren Bedingungen zufrieden, auch von den mehr als 300 mitgereisten Union-Fans fühlte sich Keller bestens begleitet.

Die Leistungen in den beiden Testspielen gegen den Ligakonkurrenten 1. FC Heidenheim (0:3) und den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden (3:1) waren hingegen ausbaufähig. Keller lobte dennoch seine Spieler. „Die Mannschaft hat gut mitgezogen und die Einheiten konzentriert absolviert“, lobte Keller ab. „Soweit gibt es ein rundum positives Fazit, wenn man von den beiden Verletzungen von Benjamin Kessel und Fabian Schönheim absieht.“

Die Fluktuation in Spanien war außerordentlich hoch. Während Kessel wegen einer Oberschenkelverletzung und Schönheim mit erneut auftretenden Adduktorenproblemen vorzeitig die Heimreise antraten, verabschiedeten sich zwei Profis im Verlauf des Trainingslagers ganz von Union. Stürmer Sören Brandy wechselte zum Zweitligisten Arminia Bielefeld. Mittelfeldspieler Christopher Quiring zog es in die Dritte Liga zu Hansa Rostock. Beide Spieler hatten in der Hinrunde nur drei Einsätze, bei Brandy war dies auch verletzungsbedingt. Keller sagte, dass ihn in Spanien die Personalrochaden nicht durcheinander gebracht hätten. „Wir mussten mit Sebastian Polter nur einen Spieler einbauen, der die Begebenheiten bei Union aber gut kennt“, sagte Keller.

Polter neuer Rekordtransfer

Die Verpflichtung Polters vom englischen Zweitligisten Queens Park Rangers bedeutete bei einer geschätzten Ablöse von rund 1,6 Millionen Euro einen neuen Vereinsrekord. Ob Union mit dem 25 Jahre alten Stoßstürmer dem Aufstieg ein Stück näher kommt, vermochte Keller nicht zu sagen. An den Rückkehrer stellt er aber schon Ansprüche. „Beim letzten Mal hat er für Union 14 Tore geschossen und sechs vorbereitet. Dass er seine Qualität zeigt, erwarten wir schon“, sagte Keller. „Wir hatten mit Collin Quaner und Philipp Hosiner aber auch zwei tolle Mittelstürmer in der Hinrunde. Aber sicherlich haben wir Sebastian geholt, um durch seine Qualität einen Schub zu bekommen.“

Quaner und Hosiner dürften bei einem 4-3-3-System nun erst einmal auf der Bank sitzen, weil Polter gesetzt ist. Wunderdinge sind vom neuen Mittelstürmer aber nicht sofort zu erwarten. Polter muss sich erst wieder an deutsches Training und eine andere Taktik gewöhnen. Das laufintensive Gegenpressing à la Keller gab es in seiner ersten Union-Saison 2014/15 noch nicht.

Neben Polter setzt Keller in der Rückrunde vor allem auf Abwehrchef Toni Leistner, Kapitän Felix Kroos im Mittelfeld und Offensivmann Steven Skrzybski. Mit diesen Führungsspielern soll die Ausbeute der Hinrunde – der mit 28 Zählern besten ersten Zweitliga-Halbserie der Vereinsgeschichte – nicht nur verbessert werden. Keller will sogar den Rückrundenrekord knacken, der seit der vergangenen Spielzeit unter der Verantwortung von Sascha Lewandowski beziehungsweise André Hofschneider zustande kam. „Wir wollen diese 32 Punkte toppen. Das war die beste Rückrunde, die Union je gespielt hat“, sagte Keller. Bevor am 27. Januar das erste Punktspiel gegen Bochum stattfindet, steigt am Samstag um 14 Uhr die Zweitliga-Generalprobe gegen Dukla Prag.

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