Trainingslager in Belek : Hertha BSC gewinnt 1:0 gegen Hannover 96

Hertha BSC hat das erste Testspiel im Trainingslager gewonnen. Beim 1:0 gegen Hannover 96 erzielte Vedad Ibisevic das Tor für die Berliner.

von
Durchsetzungsstark. Vedad Ibisevic (rechts) erzielte den Treffer zu Herthas 1:0-Sieg gegen Hannover 96.
Durchsetzungsstark. Vedad Ibisevic (rechts) erzielte den Treffer zu Herthas 1:0-Sieg gegen Hannover 96.Foto: dpa

Sinan Kurt blickte hilfesuchend zum Linienrichter, aber der reagierte nicht einmal. Kurt, der Neuzugang von Hertha BSC, hatte mindestens eine Tätlichkeit wahrgenommen, einen hinterhältigen Angriff von hinten. Das Netz direkt hinter der Torauslinie hatte Kurt ins Straucheln gebracht, im zweiten Versuch brachte der Offensivspieler der Berliner den Eckball dann trotz Behinderung doch noch in den Strafraum. In seinem ersten Einsatz für seinen neuen Klub durfte der 19-Jährige bereits die Standards treten. Einen Freistoß aus dem Halbfeld zirkelte Kurt mit seinem anerkannt starken linken Fuß genau auf den Kopf von Vedad Ibisevic, doch weil der klar im Abseits gestanden hatte, zählte der daraus resultierende Treffer nicht. Ibisevic traf später auch noch regelkonform, brachte den Berliner Fußball-Bundesligisten gegen den Ligakonkurrenten Hannover 96 im ersten Testspiel des Jahres 1:0 in Führung und besiegelte damit schon vor der Pause den verdienten 1:0 (1:0)-Sieg für den Ligadritten.

"Spielen, spielen, spielen" lautet das inoffizielle Motto für die Spieler von Hertha BSC im Trainingslager in Belek. Schon am zweiten Tag in der Türkei stand für die Berliner der erste Test an, in den nächsten beiden Tagen folgen die nächsten beiden (gegen Borussia Mönchengladbach und den VfL Bochum). Während Hannovers neuer Trainer Thomas Schaaf seine mutmaßliche A-Elf (mit Neuzugang Adam Szalai) aufbot, wechselte sein Gegenüber Pal Dardai zur Pause komplett durch. Von den Feldspielern kam nur Julian Schieber, der nach seiner langen Verletzung erst vor wenigen Tagen ins Mannschaftstraining zurückgekehrt war, noch nicht zum Einsatz; dazu wurden Valentin Stocker und Vladimir Darida geschont, die Ende der Woche wegen leichter Beschwerden mit dem Training ausgesetzt hatten.

Peter Pekarik spielte erstmals seit September wieder

In der ersten Hälfte durfte sich Sinan Kurt links in der Offensive versuchen, Johannes van den Bergh spielte als Innenverteidiger, Yanni Regäsel rückte auf die linke Seite, weil Peter Pekarik wieder seinen gewohnten Platz rechts in der Viererkette einnehmen durfte. Für den Slowaken war es nach seiner Schulterverletzung der erste Einsatz seit Anfang September. Die Berliner bestimmten von Anfang an das Geschehen, sie hatten viel Ballbesitz, ließen den Ball gut laufen und Hannover wenig Raum und Zeit zum Kombinieren. Dass hier der Dritte der Bundesliga gegen den Vorletzten spielte, war durchaus zu erkennen. Hertha kontrollierte das Spiel, ohne in der Offensive schon allzu sehr zu glänzen. Sinan Kurt, dem einzigen Zugang des Winters, war noch anzumerken, dass er bei den Bayern in den vergangenen anderthalb Jahren noch nicht allzu oft zum Einsatz gekommen war. Trotzdem sagte Trainer Pal Dardai: "Er hat defensiv gut mitgemacht und auch Aktionen nach vorne gehabt. Aber er soll sich erst mal an die Mannschaft gewöhnen.

Die erste gute Gelegenheit für die Berliner resultierte aus einem Freistoß. Ibisevic scheiterte an Hannovers Torhüter Ron-Robert Zieler, nachdem Alexander Baumjohann ihn mit einem schönen Lupfer freigespielt hatte. Die Vorarbeit zum einzigen Tor des Spiels kam von einem Hannoveraner. Ibisevic erlief einen verunglückten Rückpass und überwand Zieler (38. Minute). In der zweiten Hälfte rettete Hannovers Torhüter gleich zu Beginn noch einmal gegen Tolga Cigerci, den Nachschuss setzte Genki Haraguchi eher kläglich am Tor vorbei. Viel mehr passierte nach der Pause nicht mehr. Weil die 96er aber auch in der zweiten Hälfte offensiv wenig Erbauliches zustande brachten, geriet Herthas Sieg nie ernsthaft in Gefahr. "Mit der ersten Halbzeit bin ich zufrieden, in der zweiten waren ein paar Sachen nicht in Ordnung", sagte Pal Dardai. "Aber jeder Spieler hat seine Halbzeit gespielt, das war wichtig für den Rhythmus."  

Herthas Aufstellung, 1. Halbzeit: Burchert - Pekarik, Stark, van den Bergh, Regäsel - Beerens, Lustenberger, Skjelbred, Kurt - Baumjohann – Ibisevic.

Herthas Aufstellung, 2. Halbzeit: Gersbeck - Weiser, Langkamp, Brooks, Plattenhardt - Cigerci, Kohls - Haraguchi, Ben-Hatira, Mittelstädt - Kalou.

5 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben