Trainingslager in Schladming : Hertha BSC gewinnt Testspiel gegen Austria Salzburg

Da ist sogar Jos Luhukay zufrieden: Der Trainer von Hertha BSC sieht einen klaren Testspielsieg seiner Mannschaft gegen Austria Salzburg. In der zweiten Halbzeit gibt es dabei sogar ein ungewöhnliches taktisches Experiment.

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Roy Beerens traf für Hertha BSC zweimal gegen Schladming.
Roy Beerens traf für Hertha BSC zweimal gegen Schladming.Foto: Imago

Die Kulisse stimmte, und das Ergebnis fiel am Ende auch standesgemäß aus: Im neunten Testspiel der Vorbereitungsphase hat sich Hertha BSC am Dienstagabend gegen Austria Salzburg durchgesetzt. In der Fußball-Arena von Schladming, malerisch gelegen an den wolkenverhangenen Ausläufen der Alpen und fünf Radminuten vom Teamhotel entfernt, hieß es nach 90 Minuten vor geschätzten 1700 Zuschauern 5:0 (3:0) für den Bundesligisten. „Wir haben phasenweise sehr gut gespielt. Wichtig war, dass sich die Mannschaft viele Chancen kreiert. Das wollte ich sehen, das habe ich gesehen“, sagte Trainer Jos Luhukay.

Der Niederländer kam seiner Ankündigung aus der Trainingseinheit am Vormittag nach und ließ in der ersten Halbzeit ein gewohntes 4-3-3-System praktizieren, in dem sich aber einige personelle Überraschungen erkennen ließen: In einer Startformation, die in dieser Besetzung so noch nicht aufgelaufen ist in den zurückliegenden Wochen, fand sich zum Beispiel der als Linksverteidiger verpflichtete Marvin Plattenhardt im Abwehrzentrum wieder. Wesentlich erfreulicher aus Berliner Sicht war allerdings die Geschichte von Plattenhardts Nebenmann: Fabian Lustenberger stand nach langer Verletzungspause erstmals seit sechs Monaten wieder in der ersten Elf. Coach Luhukay hatte zuvor bereits bestätigt, dass der Schweizer auch in der neuen Spielzeit Mannschaftskapitän bleiben wird, sofern nichts Außergewöhnliches wie eben eine schwere Verletzung passiert.

Ronny zeigte sich gegen Austria Salzburg enorm spielfreudig

Gegen den österreichischen Drittligisten aus dem 90 Kilometer entfernten Salzburg benötigten die Berliner eine knappe halbe Stunde, bis sie sich den Gegner zurechtgelegt hatten. Gefährlich wurde es vor allem dann, wenn Ronny seine Füße im Spiel hatte. Luhukay verteilte sogar Sonderlob: „Er war unglaublich spielfreudig und hat seine Qualitäten gezeigt.“

So trainiert Hertha in Österreich
Verstärkte Kommunikation: Trainer Jos Luhukay im vollen Einsatz beim Training. Alexander Baumjohann (li.) und Peter Niemeyer hören zu.Alle Bilder anzeigen
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05.08.2014 15:42Verstärkte Kommunikation: Trainer Jos Luhukay im vollen Einsatz beim Training. Alexander Baumjohann (li.) und Peter Niemeyer hören...

Der Brasilianer leitete mit einem feinen Pass die erste Gelegenheit ein, die Sandro Wagner nach zwölf Minuten vergab. Elf Minuten später flog ein Freistoß von Ronny aus 25 Metern Entfernung knapp am Tor vorbei, wiederum eine Minute später fand Ronny schließlich Roy Beerens, der gekonnt Austria-Keeper Stefan Ebner umkurvte und zum 1:0 ins Tor schob. Beerens erhöhte wenig später auch auf 2:0, nachdem er von Änis Ben-Hatira in Szene gesetzt worden war. Der schönste Treffer des Tages gelang sieben Minuten vor der Pause Alexander Baumjohann. Nach einem Solo traf der offensive Mittelfeldspieler mit einem Heber zum 3:0-Halbzeitstand.

In der zweiten Halbzeit probierte Jos Luhukay ein 3-4-3-System aus

Nach dem Seitenwechsel stellte Luhukay nicht nur personell, sondern vor allem taktisch um. In den ersten Einheiten in Schladming hat der Niederländer die ersten Schritte unternommen, neben dem über Jahre bewährten System auch ein 3-4-3-System zu installieren, das ab der 46. Minute erstmalig zur Aufführung kam. Vor der Dreierkette – namentlich Sebastian Langkamp, John Heitinga und John Anthony Brooks – bildete das Quartett Johannes van den Bergh, Peter Niemeyer, Hajime Hosogai und Marcel Ndjeng die Schaltzentrale, ganz vorn durften sich Sami Allagui auf dem linken Flügel, Valentin Stocker auf dem rechten und Julian Schieber im Zentrum ausprobieren.


Dass die neue Variante naturgemäß ausbaufähig ist, wurde dabei schnell offensichtlich: Die Salzburger hatten sich bereits nach fünf Minuten mehr aussichtsreiche Situationen erspielt als im gesamten ersten Durchgang. Tore fielen allerdings auf der Gegenseite. Nach Vorarbeit von Valentin Stocker traf Julian Schieber zum 4:0 (53.), später brachte er noch eine Flanke von Sami Allagui im Tor unter (67.) - 5:0 und zugleich Endstand.

„Der Test war eine gute Abwechslung zu den Trainingseinheiten, unsere Offensivspieler haben sich kleine Erfolgserlebnisse abgeholt“, sagte Luhukay. Der nächste Test findet am Freitag gegen den türkischen Erstligisten Kasimpasaspor statt. „Das wird noch einmal eine ganz andere Herausforderung“, sagte Luhukay.

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