Trainingslager in Belek : Bei Hertha weiß man, was man hat

Zum dritten Mal bereitet sich Hertha BSC in Belek auf die Rückrunde vor. Der Berliner Bundesligist ist mit 28 Spielern in die Türkei gereist - mit dabei sind auch zwei Talente aus der U23.

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Ab in die Türkei. Trainer Jos Luhukay schickt sein Team ans Mittelmeer.
Ab in die Türkei. Trainer Jos Luhukay schickt sein Team ans Mittelmeer.Foto: dpa

Bevor Hertha BSC vor einem Jahr das Trainingslager in Belek bezogen hat, hat Trainer Jos Luhukay gewissermaßen die offizielle Erlaubnis seiner Spieler eingeholt. Ob irgendwelche Bedenken gegen die Unterkunft an der türkischen Riviera bestünden, wollte Luhukay vom damaligen Kapitän Peter Niemeyer wissen. Solche Ausflüge in die Basisdemokratie sind diesmal nicht nötig gewesen. Sollte es überhaupt je Vorbehalte gegen Belek gegeben haben, so sind sie längst ausgeräumt. Der Ort steht jetzt nicht nur für die desaströse Bundesliga-Rückrunde in der Saison 2011/12, er steht auch für den Beginn eines selten erfolgreichen Jahres, das den Berlinern in der Zweiten Liga zunächst die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga bescherte und mit einem Europapokalplatz endete.

Am Donnerstag ist Hertha zum dritten Mal hintereinander ins Wintertrainingslager nach Belek aufgebrochen. Die Mannschaft bezieht dasselbe Hotel wie in den vorangegangenen beiden Jahren, übt auf demselben Trainingsplatz. Dass diesmal der holländische Rekordmeister Ajax Amsterdam unterm selben Dach logiert, wertet der Holländer Luhukay als gutes Zeichen: „So schlecht kann es also nicht sein.“

Das ist natürlich heftigst untertrieben. Dass die Berliner am Bewährten festhalten, liegt auch daran, dass sie in Belek „fantastische Voraussetzungen“ vorfinden, wie Herthas Trainer sagt. „Wir können aus dem Hotel steigen und auf dem Trainingsplatz loslegen.“ Zeitraubende Fahrten sind nicht nötig.

Schon am Samstag bestreiten die Berliner das erste ihrer drei Testspiele. Gegner ist der Schweizer Erstligist FC Aarau, dazu trifft Hertha noch auf die beiden Ligakonkurrenten Hannover 96 (Sonntag) und Borussia Mönchengladbach (Mittwoch). Natürlich bieten solche Begegnungen auch Spielern, die vor der Winterpause wenig zum Einsatz gekommen sind, die Gelegenheit sich aufzudrängen. Generell aber will Luhukay „nicht viele Veränderungen vornehmen: Wenn die Rückrunde beginnt, geht es nicht darum zu experimentieren.“

Mit 28 Spielern ist Hertha in die Türkei gereist. Neben dem verletzten Ersatztorhüter Sascha Burchert fehlt auch Innenverteidiger John Anthony Brooks. Stattdessen hat Luhukay zwei Talente aus dem Nachwuchs mitgenommen: den 18 Jahre alten Anthony Syrhe und den noch ein Jahr jüngeren Farid Abderrahmane, die beide normalerweise in Herthas U 23 spielen.

Für Abderrahmane ist es der erste Kontakt mit den Profis. Syrhe, der 2012 gemeinsam mit Hany Mukhtar und Marius Gersbeck Deutscher B-Jugend-Meister geworden ist, hat bereits in der Vorsaison zeitweise unter Luhukay trainiert. Im Oktober 2012 stand er sogar einmal im Kader der Zweitligamannschaft. Der Innenverteidiger ist im vergangenen Jahr sogar mit der Fritz-Walter-Medaille des Deutschen Fußball-Bundes für den besten Nachwuchsspieler des Jahres ausgezeichnet worden, als viertem Herthaner überhaupt. Eine Garantie für eine große Karriere ist das aber noch nicht. Kevin-Prince Boateng hat die Fritz-Walter-Medaille zwar gleich zweimal erhalten, die beiden anderen Berliner Preisträger Lennart Hartmann und Shervin Radjabali-Fardi sind hingegen in den Tiefen des unterklassigen Fußballs verloren gegangen.

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