Sport : Transfer über Nacht: Sturm nach Boston

Claus Vetter

Berlin - Es kann schnell gehen im Eishockey. Nicht nur auf dem Eis. Am Mittwoch hat sich Marco Sturm vor dem Spiel der San Jose Sharks mit seinem Team im Stadion der Dallas Stars eingespielt. Als dann das Eis für das Spiel der Profiliga NHL aufbereitet wurde, teilte ihm sein Arbeitgeber mit, dass Sturm künftig für Boston spielt. Der Deutsche zog sich um, setzte sich auf die Tribüne. Bereits Donnerstag sollte er für die Bruins spielen: Die Sharks haben den Stürmer im Tausch mit zwei seiner Kollegen für den kanadischen Star Joe Thornton abgegeben.

Der Weg von Kalifornien nach Boston ist weit – geografisch gesehen. In der NHL liegt nicht so viel dazwischen. Dort ist es üblich, dass Profis zwischen den Klubs hin- und hergeschoben werden, ohne Mitspracherecht zu haben. Der Bayer Sturm, vergangene Saison während des Arbeitskampfes in der NHL für Ingolstadt aktiv, hat oft betont, dass er gerne in San Jose sei. „Allein schon wegen des Wetters.“ Das wird in Boston nicht so gut sein, trotzdem fällt Sturm der Wechsel nicht schwer. „Ich hatte keine Spielfreude mehr“, sagte der deutsche Nationalspieler. „Ich spiele seit 1997 in San Jose, war dienstältester Spieler. Dass irgendwann ein Transfer kommen würde, war klar.“

Bostons General Manager Brad Stuart freut sich auf den 27 Jahre alten Linksaußen: „Marco ist ein Torjäger und ein herausragender Schlittschuhläufer.“ Er werde den Bruins, Tabellenletzter in der Northeast Division, weiterhelfen. Dagegen hat der ehemalige Arbeitgeber für seinen langjährigen,erfolgreichen Angestellten – Sturm erzielte in 591 Spielen für San Jose 134 Tore und gab 154 Vorlagen – kaum ein Wort zum Abschied übrig. Auf der offiziellen Homepage bejubeln die Sharks dafür Thornton als größten Transfer der Klubgeschichte. So schnell geht es zu in der NHL. Da interessiert Donnerstag nicht einmal mehr das Spielergebnis vom Mittwoch, das für die Sharks übrigens negativ war: Ihr erstes Spiel ohne Sturm verloren sie in Dallas 1:4.

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