Transfergerangel : Neuer Ärger um Carlos Alberto

Am Montag bestand Carlos Alberto die medizinische Untersuchung bei Werder Bremen, nun rückt der Transfer des Brasilianers wieder in weite Ferne: Ein Angebot aus Russland und Vorwürfe von Interpol stehen im Raum.

Carlos Alberto sorgt weiter für Verwirrung

Das Thema Carlos Alberto wird bei Werder Bremen langsam zur unendlichen Geschichte. Im Theater um die Vertragsunterschrift des Mittelfeldspielers drohen nun neue Schwierigkeiten. In Sao Paulo sind gegen die Klubführung von Erstligist Corinthians sowie die britische Investorengruppe Media Sports Investment (MSI), die beide an dem Transfer des 22-Jährigen beteiligt sind, wegen des Verdachts auf Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Gruppe Anklagen erhoben worden.

Das könnte eine Erklärung für das nun schon tagelange Hickhack um die Verpflichtung des Mittelfeldspielers sein. Alberto ist sich mit Werder bereits einig und hat am Montag seine medizinische Untersuchung bestanden.

Angebot aus Russland sorgt für Verwirrung

Mittlerweile gibt es außerdem eine Anfrage eines Klubs aus Russland für den 22-Jährigen. Das berichtet die Kreiszeitung Syke. Angeblich bietet der Mitbewerber eine Ablöse von zehn Millionen Euro gegenüber den von Werder gebotenen 7,5 Millionen und das doppelte Gehalt für den Spieler. "Es gibt Mitbewerber, denen man sich erwehren muss", erklärte Manager Klaus Allofs.

Die brasilianische Staatsanwaltschaft hat Interpol eingeschaltet und die Auslieferung des russischen MSI-Hauptgeldgebers Boris Berezowski, der in London Exilrecht genießt, sowie des Präsidenten Kia Joorabchian und Finanzdirektors Nojan Bedroud gefordert. Auch gegen Corinthians-Boss Alberto Dualib und weitere Klubfunktionäre laufen nun offiziell Ermittlungen.

Probleme auch bei anderen MSI-Spielern

Der Traditionsklub hat eine Frist von zehn Tagen bekommen, Unterlagen über alle Spieler, die mit Geld der MSI verpflichtetet worden sind, der Justiz vorzulegen, um den Weg der Zahlungen zu erkunden. Carlos Alberto, der wegen der ungeklärten Vertragssituation nicht mit den Bremern ins Trainingslager in die Schweiz gefahren ist, war 2005 für sieben Millionen Euro durch die MSI vom portugiesischen Topklub FC Porto an Corinthians vermittelt worden.

Mit der MSI-Gruppe in Verbindung stehen auch die argentinischen Nationalspieler Carlos Tevez und Javier Mascherano, bei deren Transfers zum englischen Premierligisten West Ham United es "wegen Einfluss einer dritten Partei" Verstöße gegen Ligastatuten gab, weshalb der Klub zu einer Rekordgeldstrafe von umgerechnet acht Millionen Euro verurteilt worden war.

Tevez hat sich bereits zu einem Wechsel zu Manchester United entschieden, doch der für das Wochenende geplante Abschluss der Verhandlungen ist ebenfalls ins Stocken geraten. Weitere MSI-Klienten sind der Ex-Bremer Gustavo Nery und dessen brasilianischer Landsmann Marcelo Mattos, der erst vor wenigen Tagen beim griechischen Erstligisten Panathinaikos Athen unterschrieben hat.

(mit sid)

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