Transfermarkt : Hilfe für Hertha naht

Der junge Mittelfeldspieler Fabian Lustenberger steht vor dem Wechsel von Luzern nach Berlin.

Alex Trunz,Claus Vetter
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Luzerner Talent. Fabian Lustenberger ist laufstark und taktsich versiert. -Foto: Imago

Luzern/UnterhachingDer FC Luzern konnte am Samstag schon nicht mehr mit ihm rechnen. Fabian Lustenberger, mit 19 Jahren eines der größten Talente des Klubs, war beim ersten Saisonsieg in St.Gallen nicht mehr dabei. Er will zu Hertha BSC nach Berlin wechseln. Dort wartet schon ein Schweizer auf ihn: Lucien Favre, Herthas neuer Trainer, hatte sich nach den zahlreichen Abgängen unter anderem Lustenberger als Neueinkauf gewünscht.

In der Schweizer „Super League“ wurde Favre in der vergangenen Saison auf Lustenberger aufmerksam. Der reifte mit 18 bereits zum Stammspieler und überzeugte als sehr laufstarker und auch taktisch gut ausgebildeter Profi. Favre ist ein Fan junger Spieler, weil er sie „noch formen kann“, wie er meint. Lustenberger fühlt sich im Mittelfeld vor allem auf den zentralen Positionen wohl, Experten in der Schweiz bescheinigen ihm noch viel Entwicklungspotenzial.

Am Sonntag stand das Talent in Luzern wieder auf dem Trainingsplatz. Für Spiele aber kommt er nicht mehr zum Einsatz, schließlich soll sein Transfer noch vor dem Beginn der Bundesliga-Saison am kommenden Wochenende beginnen. „Es war wirklich besser für mich, nicht nach St. Gallen zum Spiel zu reisen“, gab Fabian Lustenberger am Sonntag zu. „Ich war zuletzt wegen der Sache mit Hertha im Kopf wirklich nicht mehr ganz frei.“

Dass Lustenberger Luzern in Richtung Berlin verlassen wird, scheint beschlossene Sache zu sein. „Ich gehe davon aus, dass der Transfer klappt“, erklärte Luzerns Präsident Walter Stierli, der bestätigte, dass die Verhandlungen schon fortgeschritten seien. Auch Sportchef Raffaele Natale glaubt, dass sich die beiden Parteien Luzern und Hertha in dieser Sache „finden werden“. In dieser Woche sei nochmal ein Gespräch mit Hertha-Manager Dieter Hoeneß anberaumt, der sich mit FCL-Verantwortlichen „bereits einmal kurz getroffen hat“, wie Natale bemerkte. Dabei sollen auch die finanziellen Fragen geregelt werden. Im Raum stehen knapp zwei Millionen Euro, die Luzern für sein Talent auslösen möchte. „Wenn alles normal läuft und die beiden Klubs sich finanziell einigen können, dürfte der Transfer bald über die Bühne gehen“, sagt auch Lustenberger, der inzwischen einen Berater engagiert hat.

Ob der Transfer noch vor dem Saisonstart am Samstag in Frankfurt klappt, ist allerdings offen. „Wir brauchen neue Spieler, jeder weiß das. Aber die Frist vor dem Frankfurt-Spiel ist kurz“, sagte Herthas Trainer Favre am Rande des Pokalspiels in Unterhaching. „Ich kann nicht mehr sagen, mehr weiß ich nicht.“ Hoeneß will noch fünf bis sechs neue Spieler holen, er sagte am Wochenende aber wieder einmal: „Für mich ist der 31. August der entscheidende Tag.“ An diesem Tag schließt die Transferliste.

Zuletzt war Herthas Manager in der Schweiz und Österreich unterwegs, um neue Spieler zu sichten und zu akquirieren. Auf der Wunschliste steht dabei auch Veli Karlak. Der Österreicher türkischer Herkunft ist mit 18 Jahren ebenfalls sehr jung, aber auch talentiert. Er wurde 2005 mit Rapid Wien als einer der jüngsten jemals eingesetzten Spieler in der österreichischen Bundesliga schon Landesmeister. Die Rapid-Fans wählten ihn zum Spieler des Jahres, der U-20-Kapitän kam unlängst mit Österreich bei der U-20-WM in Kanada ins Halbfinale. Der Mittelfeldspieler gilt als größtes österreichisches Talent. Aus Graz soll zudem Sebastian Prödl kommen. Der Verteidiger ist 20 Jahre alt. Er spielt bei Sturm Graz und hat schon zwei Länderspiele für Österreich absolviert.

Bis die Transfers vollzogen sind, muss Hertha allerdings improvisieren. So saß Jerome Boateng, der zum Hamburger SV wechseln soll, in Unterhaching noch auf der Hertha-Bank. „Solange noch keine neuen Verteidiger da sind, werde ich das auch weiter so machen“, kündigte Trainer Favre an.

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