Transfermarkt : Leandro Cufré wechselt zu Hertha BSC

Herthas Personalsituation entspannt sich ein wenig. Am Abend gaben die Berliner ihren zweiten Transfer bekannt: Der argentinische Verteidiger hat bis zum Sommer unterschrieben. Ein Unbekannter? Seit der Prügelei der WM 2006 ist er das nicht mehr.

Stefan Hermanns
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Der Zweite. Auch Cufré kommt zu Hertha BSC.Foto: AFP

Berlin – Auf den ersten Blick schien es, als hätte das Verletzungspech bei Hertha BSC noch einmal erbarmungslos zugeschlagen – und diesmal einen Unschuldigen getroffen. Dieter Hoeneß, der Manager des Berliner Fußball-Bundesligisten, sah lädiert aus. An seiner geschwollenen rechten Wange hatte er einen blauen Fleck, die Folge einer Zahnoperation. Hertha leidet, da steht auch der Manager nicht hintan. Aber ganz so schlimm wie noch Anfang der Woche sieht die Personalsituation für die Berliner vor dem Rückrundenstart mit dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt nicht mehr aus. Vier Tage vor Ende der Winter- Transferperiode verpflichtete Hertha BSC einen weiteren neuen Spieler: Der argentinische Nationalverteidiger Leandro Cufré wechselt vom AS Monaco nach Berlin. Er erhält einen Vertrag bis zum Ende der Saison. Die Ablöse soll 500 000 Euro betragen.

Die Ablöse soll 500 000 Euro betragen

Cufré trainiert heute zum ersten Mal mit seinen neuen Kollegen. Er ist 30 Jahre alt, kann sowohl links als auch rechts spielen – und theoretisch schon morgen gegen Eintracht Frankfurt zu seinem Bundesliga-Debüt kommen. Es wäre nicht sein erster Auftritt im Berliner Olympiastadion. Im Viertelfinale der WM 2006 zwischen Deutschland und Argentinien löste Cufré nach dem verlorenen Elfmeterschießen mit einem Tritt in den Unterleib von Per Mertesacker eine wilde Schlägerei aus. Dafür sah er als Anstifter der Tumulte Rot, Torsten Frings wurde später nachträglich gesperrt und konnte im Halbfinale gegen Italien nicht spielen.

Rechts hinten: Chahed fällt mehrere Wochen aus

Cufré soll den Notstand auf den Außenbahnen beheben, weil Sofian Chahed noch mehrere Wochen ausfällt. Auf dessen Position rechts in der Viererkette hat Cufré in Monaco gespielt. Marko Babic, Herthas zweite Verpflichtung des Winters, kann die Lücke im Mittelfeld füllen, die sich durch die Verletzungen von Gojko Kacar, Pal Dardai und Fabian Lustenberger aufgetan hat. Trainer Lucien Favre hatte vor allem auf die Genesung Kacars gehofft. Der Serbe aber fehlte gestern erneut beim Training.

Babic steht gegen Frankfurt im Kader - und Cufré?

Im Kader für das Spiel gegen Frankfurt steht Babic auf jeden Fall, nachdem er in den ersten beiden Trainingseinheiten einen guten Eindruck hinterlassen hat. „Ich bin sehr optimistisch mit ihm. Er versteht Fußball, er bewegt sich richtig“, sagte Favre. Das Problem ist die mangelnde Spielpraxis. Ende September hat Babic für Betis sein letztes Pflichtspiel bestritten, insgesamt ist er in anderthalb Jahren in Sevilla nur zwölfmal zum Einsatz gekommen. „Er ist fit“, sagte Favre, „er braucht nur Praxis und Tempo.“

Manager Dieter Hoeneß sieht Hertha nunmehr „gut aufgestellt für die Rückrunde“, obwohl etliche Spieler in der Vorbereitung verletzt ausgefallen sind. „Wir haben es auch in der Hinrunde hingekriegt, mehrere Ausfälle zu kompensieren“, sagt Hoeneß. Und das gelang wesentlich besser, als viele dies der Mannschaft zugetraut haben: Von Platz drei starten die Berliner in die neue Halbserie. „Wir dürfen nicht nachlassen“, sagt Kapitän Arne Friedrich. „Wenn es dann im Endeffekt nur zu einem Uefa-Cup- Platz reicht, müssen wir auch nicht traurig sein.“

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