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Transferpoker : Lewandowski darf nicht zu Bayern - zu einem anderen Klub schon

Borussia Dortmund will seinen Stürmerstar Robert Lewandowski nicht in diesem Sommer zu den Bayern ziehen lassen. Angebote von anderen Vereinen will sich der BVB aber anhören. Lewandowskis Berater wollte das nicht kommentieren.

Foto: dpa

Trotz des Machtworts der BVB-Bosse geht das Verwirrspiel um Robert Lewandowski weiter. Zum FC Bayern München darf der polnische Top-Stürmer in diesem Sommer nicht. Kommt aber ein anderer finanzstarker Bieter, ist ein Wechsel von Lewandowski nicht gänzlich ausgeschlossen. „Wir wollen mit allen Beteiligten eine Konsens-Lösung finden. Deshalb sage ich jetzt nicht, er bleibt definitiv und das ist so für alle Tage“, sagte Dortmunds
Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der „Bild“-Zeitung (Montag).

Klar ist: Lewandowski wird in diesem Jahr „sicher nicht“ - wie zuvor schon Mario Götze (für 37 Millionen Euro) - zum Triple-Gewinner nach München gehen. „Alles andere werden wir mit Robert und seinen Beratern in den nächsten Tagen besprechen. Das gebietet der Respekt“, betonte Watzke. Sein „expliziter Wunsch“ ist es, „dass Robert nächste Saison für Borussia Dortmund spielt“. Lewandowskis deutscher Berater Maik Barthel hält sich komplett bedeckt: „Wir kommentieren das nicht“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa am Montag.

Der Champions-League-Sieger wird das BVB-Veto sportlich verschmerzen können. Es ist davon auszugehen, dass als Alternative zu Mario Mandzukic auf der Mittelstürmerposition Routinier Claudio Pizarro (34) einen neuen Einjahresvertrag erhalten wird. An Mario Gomez' Abschied dürfte sich dagegen nichts ändern. Der Nationalstürmer will weg - und darf es wohl auch, wenn er einen Club präsentieren kann, der deutlich über 20 Millionen Euro bezahlen will. Neben dem AC Florenz wird Juventus Turin als neuer Gomez-Club gehandelt.

Auch ohne Lewandowski bieten sich dem neuen Bayern-Trainer Pep Guardiola unzählige Möglichkeiten im Münchner Offensivspiel. Guardiola hatte beim FC Barcelona die Spielweise mit einer verkappten Sturmspitze eingeführt. Götze oder auch Thomas Müller eignen sich für diese Taktikvariante. Bundestrainer Joachim Löw hat Götze schon einige Male in der Nationalmannschaft als falschen Neuner aufgeboten - durchaus mit Erfolg. In Mandzukic, Pizarro, Götze und Müller verfügt Gurdiola damit über vier hochkarätige Akteure für die zentrale Angriffsposition.

Laut Watzke gab es in den vergangenen vier Wochen „zweimal telefonischen Kontakt“ mit den Bayern. Ein schriftliches Angebot indes liege nicht vor. „Die Akte Bayern ist 2013 geschlossen, das stellen wir wirklich ganz unaufgeregt und ohne Groll fest“, sagte der BVB-Geschäftsführer. Und: „Wenn Robert trotzdem nach München möchte, hat er im nächsten Jahr die Gelegenheit dazu.“ Der Spieler, dessen Vertrag bis 2014 läuft, und seine Berater hatten zuletzt wiederholt den unbedingten Wechselwillen geäußert.

Damit würde der BVB auf eine mögliche Ablösesumme für den 24 Jahre alten Polen verzichten. In einem Jahr kann Lewandowski ablösefrei zu den Bayern wechseln - und wird das nach BVB-Meinung voraussichtlich auch tun. „Wir sind ja nicht naiv. Darauf müssen wir uns einstellen“, sagte BVB-Manager Michael Zorc „Sport Bild Plus“. Nachdem die Borussen schon Götze zum Süd-Rivalen ziehen lassen mussten, wollen sie nicht auch noch ihren besten Torjäger schon jetzt verlieren. Ein Transfer zu einem anderen europäischen Top-Club ist laut BVB gleichfalls ausgeschlossen. „Wir wissen ja, dass Robert nur zu Bayern möchte. Deshalb wird es so sein, dass er jetzt bei uns bleibt“, sagte Zorc.

Finanziell ist der BVB nach den Millioneneinnahmen aus der Champions League und durch Transfererlöse ohnehin nicht auf eine Ablösesumme angewiesen. „Wir haben uns auch mit einem sofortigen Wechsel von Robert zu Bayern beschäftigt, aber dazu braucht es ein offizielles Angebot, und das gab es bis heute nicht. Deshalb wollten wir Planungssicherheit, und nun war die Deadline erreicht. Außerdem wussten wir, dass Robert schwer zu ersetzen sein wird auf dem Markt“, sagte Zorc.

Lewandowski habe die Entscheidung „professionell aufgenommen“, erklärte der Manager. „Wir haben in den letzten Tagen öfter zusammen gesessen und darüber gesprochen“, berichtete Zorc. „Jetzt haben wir diese Grundsatzentscheidung gefällt und sind froh, dass Robert nächste Saison bei uns spielt.“ (dpa)

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