Transferpolitik : Noch ein Brasilianer für Hertha

Was die Transferpolitik von Hertha BSC angeht, so bleibt der Bundesligist auf Kurs. Seitdem Lucien Favre Trainer in Berlin ist, werden entweder Brasilianer oder Schweizer verpflichtet. Die Berliner wollen heute Stürmer Raffael verpflichten.

Peter Birrer/Claus Vetter

Zürich/BerlinDiesmal hat der Schweizer Favre nach seinen Maßstäben sogar den geografischen Idealfall bei einer Neuverpflichtung erreicht: Raffael de Araujo ist ein Brasilianer aus der Schweiz. Zweieinhalb Jahre spielte der 22 Jahre alte Stürmer zuletzt für den FC Zürich. In 77 Ligaspielen gelangen ihm 40 Tore – 28 mal traf er, als der Trainer beim Schweizer Meister noch Lucien Favre hieß. Heute soll Raffael, dessen Vertrag in Zürich eigentlich noch bis 2011 läuft, bei Hertha unterschreiben.

Angeblich wollen die Berliner für den Transfer des Brasilianers nach Berlin 4,5 Millionen Euro bezahlen, der FC Zürich will allerdings sechs Millionen Euro für Raffael, verlautet aus Züricher Vereinskreisen. Herthas Manager Dieter Hoeneß schaute gestern beim Uefa-Cup-Spiel der Schweizer gegen Bayer Leverkusen vorbei, die Verhandlungen um Raffael sollen heute zum Abschluss gebracht werden. Nach dem Schweizer Abwehrspieler Steve von Bergen wäre Raffael der zweite Profi, der Favre von seinem ehemaligen Arbeitgeber nach Berlin folgt.

Raffael wäre schon der fünfte Brasilianer im Kader des Bundesligisten. Favre holte Raffael 2005 vom Schweizer Zweitligisten FC Chiasso nach Zürich und baute ihn zum Stammspieler auf. Raffael gilt als technisch stark und schnell – allerdings in einer Liga, die es vom Tempo her nicht mit der Bundesliga aufnehmen kann.

Herthas avisiertes Engagement von Raffael zeigt, dass der Bundesligist weiter von Favres Arbeit überzeugt ist. Mit nur 20 Punkten in 17 Spielen sind die Berliner zwar hinter den eigenen Erwartungen geblieben. Trotzdem sagte Manager Hoeneß nach Ende der Hinrunde: „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir eine gute Perspektive haben.“

In Zürich wird der Abgang von Raffael seit längerer Zeit erwartet, bereits vor der Saison buhlte Hertha – vergeblich – um den Brasilianer. „Wir haben schon Spieler auf der Liste, die als Ersatz für Raffael in Frage kommen“, sagt Zürichs Sportchef Freddy Bickel. Raffael hatte vor einer Woche dem „Kicker“ gesagt: „Ich will nach Berlin. Ich hoffe, dass sich beide Seiten im Winter einigen.“ So weit soll es dann heute sein. Peter Birrer/Claus Vetter

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