Sport : Transferregelung: Kompromiss in Sicht

Die EU-Kommissionen und die internationalen Fußball-Verbände Fifa und Uefa wollen am Montag in Brüssel ihren Streit um die Neuregelung des Transferwesens beenden. "Wir sind optimistisch, eine Lösung zu präsentieren", sagte ein Sprecher von Wettbewerbskommissar Mario Monti vor dem Treffen. Auch die Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV) sprach in einer Mitteilung von der "begründeten Hoffnung auf einen tragfähigen Konsens".

Am Montag empfangen Monti sowie die Kommissarinnen Anna Diamantopoulou (Soziales) und Viviane Reding (Sport) den Weltverbands-Präsidenten Joseph Blatter und Uefa-Boss Lennart Johansson zu den voraussichtlich abschließenden Gesprächen. Unklar ist noch, ob die internationale Spielergewerkschaft Fifpro, die bei der Findung des Kompromisses zuletzt außen vor blieb, an den Verhandlungstisch zurückkehrt.

"Ich erwarte ein Ergebnis, mit dem alle Beteiligten gut leben können", sagte VdV-Vorsitzender Florian Gothe. Bedauerlich fände er nur, "dass es wahrscheinlich doch eine Klassifizierung der Spieler bei der geschützten Laufzeit der zukünftigen Verträge" geben werde. "Ich halte diese Regelung, so diese am Montag vereinbart wird, für nicht notwendig", sagte Gothe, "aber auch mit einer geschützten Vertragszeit von drei Jahren für Spieler unter 28 Jahren und zwei Jahren für Spieler über 28 Jahren werden Vereine und Spieler gut leben können."

Am vergangenen Dienstag hatten sich die Generalsekretäre von Fifa und Uefa mit der EU-Kommission im Grundsatz auf einen Kompromiss verständigt. Demnach werden Spielern Vereinswechsel künftig zwar etwas erleichtert, dennoch dürfen weder Profis noch Klubs nach Belieben aus zeitlich befristeten und geschützten Kontrakten, deren Dauer nach dem Alter der Spieler gestaffelt sein wird, aussteigen. Zudem soll ein unabhängiges internationales Schiedsgericht bei Vertragsstreitigkeiten für Klärung sorgen. Nähere Details der Vereinbarung sind bisher nicht bekannt. Allerdings will die EU-Kommission nur die Grundsätze, nicht aber alle Einzelheiten regeln. "Ich persönlich halte diese Marschrichtung der Kommission für sehr intelligent und für die Praxis hervorragend", sagte Gothe.

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