Sport : Trapattonis langer Schatten

Mit Trainer Veh verliert Stuttgart 1:2 in Bielefeld

Richard Leipold

Bielefeld - Auch Armin Veh konnte das Stuttgarter Phlegma nicht besiegen. Einen Tag nach der Verpflichtung des neuen Fußball-Lehrers zeigten die Profis des VfB Stuttgart beim 1:2 in Bielefeld eine miserable Leistung. „In der Defensive standen wir ordentlich, aber offensiv fehlte die Durchschlagskraft. Nach vorne war es eindeutig zu wenig“, sagte Veh.

Der Trainer hatte in der Stuttgarter Mannschaft vier Positionen neu besetzt. Die Richtung änderte sich jedoch nicht. „Ich kann nicht innerhalb von 24 Stunden die Mannschaft völlig umstellen“, sagte Veh, der am Freitag zum ersten Mal das Training geleitet hatte. Es schien, als hätte noch immer das Dogma des am Donnerstag entlassenen Trainers Giovanni Trapattoni gegolten. Wie sein Vorgänger scheute auch Veh bei seiner Premiere das Risiko. Der neue Trainer ließ zunächst nur Mario Gomez stürmen, Jon Dahl Tomasson musste sich ins Mittelfeld zurückziehen. Da die Bielefelder ähnlich zurückhaltend zu Werke gingen, konnte sich lange Zeit kein ansehnliches Spiel entwickeln. Beide Teams unternahmen so gut wie nichts, was ein Risiko bedeutet hätte.

Doch dann geschah tatsächlich etwas. Nach einer Vorlage von Marco Küntzel war der Bielefelder Isaac Boakye zur Stelle und überwand Timo Hildebrand nach einer halben Stunde mit einem Flachschuss zum 1:0. Den Stuttgartern wurde daraufhin, wenn auch nur kurz, bewusst, dass bloße Abwehrarbeit nicht zum Ziel führen würde. Auch bei ihnen war der erste richtige Schuss ein Treffer. Verteidiger Ludovic Magnin wuchtete den Ball volley zum Ausgleich ins Netz.

Doch Bielefeld spielte zielstrebiger und wurde dafür belohnt. Kurz nach der Pause gelang Boakye der Siegtreffer, nachdem Hildebrand einen Schuss von Masmanidis noch hatte abwehren können. Veh versuchte seine Elf mit der Hereinnahme dreier Angreifer offensiver auszurichten. Auf die passive Spielweise des VfB hatten diese Wechsel keinerlei Einfluss. Ein harmloser Kopfball von Ljuboja war alles, was Stuttgart zu bieten hatte. Armin Veh blieb nur die Erkenntnis, wie viel Arbeit er noch vor sich hat. „Am Sonntag geht’s los“, sagte er.

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