Traum von der Champions League : Arne Friedrich hat in Wolfsburg Großes vor

Einem sehr schweren Jahr mit Hertha ließ Arne Friedrich eine starke WM in Südafrika folgen. Bei seinem neuen Klub VfL Wolfsburg will er nun wie zuletzt im Nationalteam durch Leistung und Ausstrahlung überzeugen.

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Arne Friedrich mit neuem Trikot, eingerahmt von Dieter Hoeneß und Steve McClaren (r.).
Arne Friedrich mit neuem Trikot, eingerahmt von Dieter Hoeneß und Steve McClaren (r.).Foto: dpa

Seiner Aufgabe, die Dinge für den VfL Wolfsburg zu sortieren und zu organisieren, kam Arne Friedrich sofort nach. „Ich bin kein Heilsbringer, ich will meinen Beitrag zu Erfolgen leisten“, sagte der Nationalspieler, der am Montag nach einem verlängerten Sommerurlaub seinen Dienst bei den Niedersachsen antrat und die Erwartungen an ihn gleich richtig einordnen wollte. Drei Jahre lang soll Friedrich versuchen, die Abwehrprobleme des VfL Wolfsburg zu lösen. „Wenn Arne Vertrauen spürt, kann er Großes leisten“, sagt Dieter Hoeneß, der Vorsitzende der Wolfsburger Geschäftsführung.

Friedrichs Wechsel von Berlin nach Wolfsburg war eine lange, fast geheimnisvolle Geschichte vorausgegangen. „Den ersten Kontakt zu mir gab es schon, als Armin Veh noch Trainer in Wolfsburg war. Aber ich wollte meinen Vertrag bei der Hertha unbedingt erfüllen“, sagt der 31-Jährige, dessen Marktwert dank seiner starken Auftritte bei der WM enorm gestiegen war. Dass die Wolfsburger für ihn angeblich nur zwei Millionen Euro Ablösesumme überweisen mussten, dürfte nur die halbe Wahrheit sein. Der VfL hat offenbar auch die Verpflichtungen aus seinem alten Vertrag übernommen und musste beim Gehalt deutlich nachbessern. „Es ging um einen kleinen Zuschlag für seine guten Leistungen bei der WM“, gesteht Dieter Hoeneß.

Friedrich hinterließ bei seiner ersten Trainingseinheit mit den Wolfsburgern einen frischen Eindruck. Der Innenverteidiger soll an der Seite des sehr rustikal auftrumpfenden Dänen Simon Kjær (vom AC Palermo) für mehr Halt und Stabilität sorgen. Seine Vorbereitung auf diese Aufgabe nennt Friedrich einen fließenden Übergang. Einem sehr schweren Jahr mit Hertha sei eine sehr gute WM in Südafrika gefolgt. „Ganz vergessen werde ich den Abstieg mit Hertha nie, aber die WM hat mir sehr geholfen“, sagt er. Einen Anspruch auf die Kapitänsbinde will Friedrich nicht erheben. Er sieht diese bei dem Brasilianer Josué deutlich besser aufgehoben und möchte lieber durch Leistung und Ausstrahlung überzeugen.

Ob Friedrich mit seiner besonnenen Art in Wolfsburg zur Beruhigung der Lage beitragen kann? Er vertraut darauf, dass ein von Hoeneß vor kurzem ausgesprochenes Machtwort auch Wirkung zeigt. Die abwanderungswilligen Leistungsträger Edin Dzeko und Zvjezdan Misimovic müssen mithilfe äußerst gut bezahlter Verträge und deutlicher Worte davon überzeugt werden, dass Wolfsburg weiter der richtige Verein für sie ist. Grafite bleibe definitv beim VfL, wie Hoeneß betonte.

„Ich sehe hier sehr viel Potenzial und möchte noch einmal ganz oben mitspielen. Vielleicht sogar in der Champions League“, sagt Friedrich. Und hofft, dass Dzeko und Misimovic zum Saisonstart beim FC Bayern auch wirklich noch seine Mannschaftskameraden sind.

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