Traumtor in der Europa League : Ein Trick namens Rabona

Es war ein fantastisches Tor von Roms Stürmer Diego Perotti in der Europa League. Fußball-Laien aber sollten eher nicht versuchen, den Trick nachzumachen.

Hier noch mit normaler Schusshaltung: Diego Perotti vom AS Rom.
Hier noch mit normaler Schusshaltung: Diego Perotti vom AS Rom.Foto: AFP

Diego Perotti wollte den Gegner vermutlich demütigen, und was soll man sagen: Dem Stürmer des AS Rom ist das auf die bestmögliche Weise gelungen. Das große Thema der Europa-League-Gruppenspiele vom Donnerstag war dieser eine Moment, das Tor zum 3:1 durch Perotti gegen Viktoria Pilsen (Endstand 4:1). Der Angreifer überlistete mit einem sogenannten Rabona-Trick den gegnerischen Torhüter.

Der Trick an sich ist nicht neu, es ist nur höchst selten, dass ein Spieler ihn zu einem erfolgreichen Torabschluss anwendet. Ein Rabona ist einer der schwierigsten Tricks im Fußball. Wer bei seiner koordinativ außerordentlich anspruchsvollen Ausführung patzt, kann sich ziemlich wehtun. Beim Rabona wird das Schussbein hinter das Standbein geschwungen. Der Schuss erfolgt mit überkreuzten Beinen.  

Pele, Diego Maradona oder auch der Portugiese Ricardo Quaresma etablierten den Rabona im Weltfußball. Seinen Name verdankt Rabona laut „fifa.com“ einer argentinischen Sportzeitschrift. Diese beschrieb im Jahr 1948 ebenjenen Trick eines Spielers namens Ricardo Infante für Estudiantes La Plata wie folgt: "Un Infante que se hizo la rabona". In Argentinien bezieht sich der Ausdruck "hacerse la rabona" auf Schüler, die gegen ihre Eltern rebellieren und der Schule ohne deren Einverständnis fernbleiben, also die Schule schwänzen. Da "Infante" (Infant) außerdem ein Synonym für "Kind" ist, wurde in diesem Artikel perfekt zum Ausdruck gebracht, wie der damals 24-jährige Nachwuchsfußballer mit einem "Akt der Rebellion" eine Situation gelöst hatte, bei der er eigentlich mit seinem weniger starken Fuß hätte schießen müssen.

Diego Perotti ist mit seinen 28 Jahren kein Nachwuchsfußballer mehr. Ob er aus einem Akt der Rebellion den Trick anbrachte oder – wie so viele – eher aus Hang zur Selbstdarstellung, verriet er nach dem Spiel nicht. (Tsp)

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