Sport : Trauriges Geschäft

Benedikt Voigt

erläutert, warum wohl Witali Klitschko seinen Titel verliert Wenn Witali Klitschko ein Tennisspieler wäre, hätte er es leichter. Dann könnte er seine aktuelle Meniskusverletzung operieren lassen, in Ruhe die Rehabilitation beginnen und irgendwann wieder in den Wettkampf einsteigen. Als Nummer eins, versteht sich, denn eine Regelung namens „Protective Ranking“ schützt verletzte Tennisprofis bei ihrem Comeback vor zu großen Nachteilen. Sie können mit jener Weltranglistenplatzierung antreten, die sie zuvor belegt haben. Doch Witali Klitschko hat mit dem weißen Sport nichts zu tun. Er boxt. In diesem Sport wird den 34-Jährigen seine jüngste Verletzung vielleicht den Weltmeistertitel im Schwergewicht kosten. Im Profiboxverband WBC gilt die Regel, dass ein Weltmeister innerhalb eines Jahres seinen Titel verteidigen muss. Diese Frist hat Witali Klitschko nach Verletzungen verstreichen lassen müssen, weshalb nun sein Herausforderer Hasim Rahman kampflos den Titel erhalten dürfte. Sportlich fair klingt das nicht, aber darum geht es nicht.

Vielmehr dreht sich im Schwergewichtsboxen alles ums Geld. Vor allem in den USA. Dort bietet der Sender HBO seinen Zuschauern Boxkämpfe im Pay-per- View für bis zu 50 Dollar an, die Kasinos verdienen während Boxveranstaltungen viel Geld mit Wettumsätzen, die Kämpfer erhalten zweistellige Millionenbeträge. Dieser Sport kann sich keinen Weltmeister leisten, der länger als ein Jahr nicht kämpft. Es sieht nicht gut aus für Klitschkos Titel. Aber so ist das Geschäft.

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