Sport : Treffen mit dem Vorbild

Göppingen hat geschafft, was die Füchse anstreben

Hartmut Moheit
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Luft nach oben. Konrad Wilczynski sucht noch seine Form. Foto: Kai-Uwe Heinrich

Berlin - Mit den konkreten Fakten will Dagur Sigurdsson nicht so richtig heraus. Aber zumindest gibt der Trainer der Füchse Berlin zu, dass Frisch Auf Göppingen ein Gegner ist, „mit dem wir uns auf Augenhöhe befinden“. Deshalb erwarte er auch beim Bundesligaspiel gegen dieses Team am Sonntag in der Schmeling-Halle eine „Pokerpartie“. Wie dem Gegner dann ab 15 Uhr beizukommen sei, verrate er nur seinen Spieler, sagt der Isländer geheimnisvoll. Dabei war in den Spielen zuletzt gegen Lemgo (26:29), Flensburg (24:27) und im DHB-Pokal gegen Kiel (26:34) ziemlich eindeutig zu sehen, woran es vor allem noch hapert: an Angriffssicherheit und Wurfeffektivität. „Wir trainieren das natürlich permanent“, sagt Sigurdsson, „aber wenn das so einfach wäre, damit allein die Fehler abzustellen…“ Wahrscheinlich würde er seinen Spielern viele weitere Wurfeinheiten verordnen, aber der Füchse-Coach sieht das Problem viel komplexer. „Wir entwickeln uns von Spiel zu Spiel auf allen Positionen weiter“, sagt er, „und gerade gegen die drei Spitzenteams haben wir sehr viel dazugelernt.“

Auch gegen den EHF-Cup-Vertreter Göppingen wird sich dieser Prozess fortsetzen, aber diesmal wäre ein Ergebnis ohne Punktgewinn für die Füchse ein Rückschlag. Bereits als der Saisonspielplan bekannt wurde, wurde die Partie gegen die Schwaben als ein Schlüsselspiel eingestuft. Sigurdsson gibt nun wenigstens zu: „Wir spielen zu Hause gegen einen Gegner, der da ist, wo wir in dieser Saison hinwollen.“ Für Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning hat die Entwicklung von Frisch Auf Göppingen in den zurückliegenden Jahren, seit dem Wiederaufstieg in die Handball-Bundesliga im Jahre 2001, sogar Vorbildcharakter: „Sie arbeiten dort finanziell solide, haben in Velimir Petkovic einen sehr guten Trainer, haben sich kontinuierlich verstärkt und sind als Sechster der vergangenen Saison im Europacup angekommen.“ Deshalb messe er sich gern an dieser Mannschaft. An Frisch Auf Göppingen, das als einziges Team in der Bundesliga auch über eine erstklassige Frauen-Mannschaft verfügt.

7000 Fans erwartet Hanning zum Spiel gegen Göppingen. Als Gegenleistung für das langsam wieder steigende Interesse an den Füchsen in der Stadt wünscht er sich, dass nun auch die letzten Spieler zu Bestform finden. „Ich bin froh, dass Kjetil Strand das in Kiel geschafft hat“, sagt er. Aber Konrad Wilczynski auf Linksaußen, Mark Bult auf Halbrechts und Rico Göde am Kreis seien zu viel mehr fähig. „Auf ihren Positionen haben wir ganz klar Steigerungsbedarf“, sagt Hanning.

Sicherlich trifft das auch auf Halblinks zu, wo Michal Kubisztal nach seiner mehrwöchigen Verletzungspause nach Aussage von Dagur Sigurdsson „noch drei bis vier Wochen brauchen wird, bis er uns wieder helfen kann“. Gegen Göppingen wird es auf dieser Position vor allem wieder der junge Sebastian Schneider richten müssen, der bisher zu den positiven Überraschungen bei den Füchsen zählt. Aber auch ihn möchte Dagur Sigurdsson nicht allein bewerten. „Wir sind ein Team“, sagt er, „und in einem Team zählen alle.“ Dass die Füchse diesmal in „Taktik und Härte an die Grenze“ gehen müssen, verhehlt der 36-Jährige aber nicht.

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