Sport : Trend zur Bundesliga

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Helmut Schümann über die neue Lust der Weltstars auf Deutschland

Roy Makaay, der Niederländer, hat nun endlich das Training beim FC Bayern München aufgenommen. Der FC Barcelona bricht mit einer 104 Jahre währenden Tradition: Der katalanische Klub gibt seine Trikots für Werbung frei. Zwei Meldungen des gestrigen Tages – eine Ursache. Dass Barça, dieser mythenumwaberte Verein voller Stolz auf Unabhängig und Selbstständigkeit, sich verkauft an die Wirtschaft, hat damit zu tun, dass ihn 164 Millionen Euro Schulden drücken. Er steht damit nicht allein, die gesamte spanische Liga ist klamm, Real Madrids Saldo wurde schon mal auf 500 Millionen Euro taxiert. Das wiederum eint die Spanier mit den Italienern, auch dort drohen Insolvenzen und Crashs. Und da Fußballprofis überaus sensibel reagieren, wenn es um ihre Gehälter geht, hat Roy Makaay, Spaniens Torschützenkönig der vergangenen Saison und da noch bei Deportivo La Coruña tätig, nun das Training aufgenommen beim FC Bayern München.

Uli Hoeneß, sein neuer Chef, hatte schon vor zwei, drei Jahren angekündigt, dass in der Bundesliga irgendwann auch mal die ganz großen Weltstars des Fußballs spielen werden und nicht mehr nur bei Real, Manchester United, Inter Mailand etc. Die Zeit scheint näher zu rücken. Vor zwei Jahren wurden Marcio Amoroso die Versprechungen des AC Parma zu hohl, und es zog ihn zu den sicheren Überweisungen der Borussia aus Dortmund. Und dass Flavio Conceiçao jetzt neben Amoroso spielt und nicht mehr für Real, ist sicher auch kein Zufall. Die Bundesliga nicht nur als Durchgangsstation für die Elbers, Emersons, Marcelinhos auf dem Weg nach Süden, sondern als attraktive Adresse mit blühenden Konten - das ist auf jeden Fall ein neuer Trend. Nun ist Roy Makaay noch nicht in der Riege, in der sein Landsmann Ruud van Nistelrooy steht, ist Conceiçao nicht Zidane und Amoroso gewiss nicht Figo, aber Zeichen setzen sie auch. Gerade Makaay hat die Bayern in der vergangenen Saison mit vier Toren nahezu alleine aus der Champions League geschossen, da hatte man noch gejammert, dass nicht einmal der FC Bayern mithalten könne mit der Finanzkraft der internationalen Konkurrenz. Da hat sich wohl grundsätzlich etwas geändert.

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