Sport : Trio mit null Siegen

Uefa-Cup: Hamburg und Schalke verlieren, Stuttgart holt mit Markus Babbel einen Punkt in Genua

Erik Eggers

FC Schalke 04 – Manchester City 0:2

Gegen Ende des Spiels wedelten die Schalker Fans mit Geldscheinen, und es war nicht so ganz klar, wen sie damit tadeln wollten: Die eigene Vereinsführung für ihre millionenschweren Fehleinkäufe oder den Gegner Manchester City, der gerade mit den Millionen eines Scheichs flottgemacht wird. Geholfen hat es jedenfalls nichts: Der FC Schalke 04 verlor nach schwacher Leistung 0:2 (0:1) und muss beim letzten Gruppenspiel in der nächsten Woche in Enschede um den Einzug in die nächste Runde des Uefa-Cups zittern. Manager Andreas Müller, der mit „Raus“-Rufen bedacht wurde, sprach von einem „Rückschritt“ und einer „kritischen Situation“. Nach einem durchaus schwungvollen Start erlahmte Schalkes Spiel mehr und mehr. Auch ohne ihren Star Robinho übernahmen die Engländer die Herrschaft über die Partie und kamen nach einer halben Stunde durch Benjani auch zur Führung. Vorausgegangen war eine Serie von Schalker Fehlern, die in Christian Panders missglücktem Befreiungsschlag gipfelte. „Nach dem 0:1 fehlte der Glaube, wenigstens noch ein Remis zu schaffen“, sagte Schalkes Trainer Fred Rutten. Schalke kam zu keiner nennenswerten Chance, in der zweiten Hälfte führte ein weiterer Abwehrfehler unter Mithilfe von Torhüter Manuel Neuer stattdessen zum 0:2 durch Stephen Ireland. Der Rest des Spiels versank in den Pfiffen der Schalker Fans. Tsp

Sampdoria Genua – VfB Stuttgart 1:1

Ein Erfolgserlebnis gab es immerhin für den VfB Stuttgart. Die Schwaben stießen die Tür zur Zwischenrunde durch das 1:1 (1:1) bei Sampdoria Genua weit auf und bescherten ihrem neuen Teamchef Markus Babbel einen vielversprechenden Einstand. Vier Tage nach dem Rauswurf von Meistertrainer Armin Veh zeigten die Stuttgarter am Donnerstagabend in ihrer dritten Begegnung der Gruppe C lange vermisste Qualitäten. Der Rumäne Ciprian Marica brachte die Stuttgarter in der achten Minute überraschend in Führung. Paolo Sammarco gelang vor 20 000 Zuschauern im Stadion Luigi Ferraris kurz vor der Halbzeitpause der letztlich verdiente Ausgleich für die Italiener. Der VfB kann am 18. Dezember mit einem Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Standard Lüttich das Weiterkommen perfekt machen. dpa

Hamburger SV – Ajax Amsterdam 0:1

Es läuft die 77. Minute, als ein ganzes Stadion gebannt auf den Ball starrt: Die Kugel springt an den linken Pfosten des HSV-Gehäuses, dann an den rechten, doch Schütze Leonardo kann ihn dann doch noch im Tor unterbringen, Bastian Reinhardt und Torwart Frank Rost kommen zu spät angestürmt. Die Billard-Einlage besiegelte die 0:1 (0:0)-Niederlage des Hamburger SV gegen Ajax Amsterdam. HSV-Kapitän David Jarolim hatte zuvor einen fatalen Rückpass auf Dennis Aogo gespielt. Damit verpasste der HSV die vorzeitige Qualifikation für die dritte Hauptrunde des Uefa-Cups. Ein Sieg gegen das Team von Coach Marco van Basten hätte dafür gereicht. So benötigt der HSV noch mindestens einen weiteren Sieg aus den abschließenden Partien bei Slavia Prag und gegen Aston Villa.

HSV-Trainer Martin Jol gab Thiago Neves die nächste Chance. Der 23-jährige Brasilianer, im Sommer für 7,5 Millionen Euro von Fluminense Rio de Janeiro gekommen und als Fehleinkauf eingestuft, agierte zwischen Piotr Trochowski und David Jarolim in der offensiven Mittelfeldzentrale, Mladen Petric nahm hingegen zunächst auf der Bank Platz. Auch in der neuen Formation dominierte der HSV den Gegner in den ersten 20 Minuten, ohne dass aber die ganz großen Chancen dabei heraussprangen. In der 20. Minute trickste Ivica Olic zwei Gegenspieler an der Torauslinie aus, verlor aber den entscheidenden Zweikampf gegen Keeper Kenneth Vermeer. Kurz danach später erhofften sich die Zuschauer eine Kopie jenes sensationellen Tores aus dem Nordderby gegen Bremen, aber diesmal verzog Olic aus ähnlicher Position knapp. Danach erlangte der Gast aus Amsterdam allmählich zwar die Kontrolle, wirklich gute Torchancen aber erspielte sich der niederländische Rekordmeister ebenfalls nicht.

In Halbzeit zwei sank das Niveau der Partie weiter. Der Plan Jols, nun Jarolim anstelle von Neves zentral zu stellen, war nicht von Erfolg gekrönt. Hier ein Fehlpass, da ein Missverständnis – das Spiel war wahrlich nicht schön anzusehen. Allein der Schuss Paolo Guerreros, der in Minute 59 aus 15 Metern an die Latte krachte, weckte das Stadion ein wenig. Aber die Hoffnungen der Hamburger Fans wurden enttäuscht: Nicht der HSV traf, sondern der Gast. Erik Eggers

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