Sport : Triumph des Instinkts

Peter Joppich wird in Havanna Florett-Weltmeister

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Noch vor seiner Abreise war Peter Joppich im Kino. „Fluch der Karibik“ – so heißt der Film, den sich der Fechter angeschaut hatte. Ein dramatisch klingender Titel. Als Joppich jedoch selbst in die Karibik gereist ist, hat er genau das Gegenteil erlebt: Denn in der kubanischen Hauptstadt Havanna wurde der 20jährige Koblenzer Weltmeister im Florett. Im Finale besiegte er Titelverteidiger Simone Vanni aus Italien 15:14. Zuvor hatte er den Franzosen Brice Guyart gestoppt, der wiederum zwei Runden davor den Vorjahres-Vizeweltmeister André Weßels (Tauberbischofsheim) 15:14 bezwungen hatte.

Joppichs Heimtrainer Ulrich Schreck fiel denn auch niemand ein, mit dem er Joppich vergleichen kann: „Ich kenne keinen, der auf den Beinen und im Kopf so flink ist wie er.“ Seinen Fechtstil bezeichnet der nur 1,76 Meter große Joppich selbst als „eher instinktiv“. Gerade einmal 20 Jahre ist er alt, trotzdem wirkt er schon unglaublich routiniert in seinen Aktionen. Seitdem er Soldat der Sportförderkompanie ist, hat er seine Athletik mit täglich mehrstündigem Training gesteigert. „Bei der Bundeswehr kann ich mich sehr professionell auf die Olympischen Spiele in Athen vorbereiten“, sagt Joppich. „Wenn ich mich überhaupt qualifiziere.“

Joppich ist ein eher zurückhaltender, bescheidender Typ. Dabei könnte der 20-Jährige bei der WM in Havanna noch eine Medaille gewinnen. Denn noch steht für Joppich der Titelkampf mit der Mannschaft an. „Da will ich noch einmal Gold. Deshalb wird auch noch nicht gefeiert“, sagte er nach seinem Erfolg im Einzel. In Havanna hatte Joppich in diesem Jahr schon das Weltcupturnier gewonnen. Tsp

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