Sport : Triumph für Kramnik

Schach-Weltmeister nach Sieg in der letzten Partie

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Brissago Mit einem spektakulären Sieg in der letzten WM-Partie hat Wladimir Kramnik aus Russland seinen Titel als Weltmeister im klassischen Schach doch noch verteidigt. Sein Herausforderer Peter Leko aus Ungarn, der vor dem spannenden Finale mit 7:6 geführt hatte, gab mit Schwarz nach 41 Zügen den hoffnungslosen Kampf auf. Kramnik hatte mit den weißen Steinen ein Matt-Netz geknüpft, aus dem der Großmeister aus Szeged nicht mehr entrinnen konnte.

Mit dem 7:7-Endstand hatte das Match über 14 Partien im schweizerischen Brissago keinen Verlierer. Das Unentschieden genügte dem Russen laut Reglement zur Titelverteidigung. Gegen seinen Landsmann Garri Kasparow hatte er sich vor vier Jahren erstmals durchgesetzt.

Der Matchverlauf im Centro Dannemann am Lago Maggiore war kurios. Kramnik gewann die erste und letzte Partie, Leko das fünfte und achte Spiel. Zehn Partien endeten mit einem Remis. Der 25-jährige Ungar bot seinem um vier Jahre älteren Gegner einen beherzten Kampf und wäre beinahe auch erster Schach-Weltmeister seines Landes geworden. Doch der WM-Modus und das Glück waren gegen ihn. Kramnik, der nur sein Minimalziel erreichte, kassierte ebenso wie Leko ein Preisgeld von 500 000 Schweizer Franken.

WM-Sponsor war das Centro Dannemann des gleichnamigen Schweizer Zigarren-Herstellers. Das Unternehmen hat signalisiert, sich weiter im Spitzenschach zu engagieren. Seit sich Kasparow 1993 vom offiziellen Weltverband Fide trennte und seinen WM-Titel selbst vermarktete, war die übrige Schach-Elite bisher auf die Finanzspritzen von Fide-Präsident Kirsan Iljumschinow angewiesen. Woher seine Gelder kamen, blieb stets im Dunklen. dpa

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