Triumph nach Achterbahn-Saison : Der Pokalsieg ändert für Dortmund wenig

Mit dem Sieg in Berlin können die Dortmunder ihre Saison kaum besonders aufhübschen. Die traumatischen Ereignisse vor dem Champions-League-Spiel gegen Monaco stellen eine Zäsur dar. Ein Kommentar.

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Pokalbereiter. Dembélé schoss ein sehenswetes Tor zum 1:0 für den BVB. Foto: Stache/dpa
Pokalbereiter. Dembélé schoss ein sehenswetes Tor zum 1:0 für den BVB.Foto: Stache/dpa

Ein einziges Spiel ist im Fußball in der Lage, einer kompletten Saison eine andere Note zu geben. Meistens. Im Fall von Borussia Dortmund dürfte das trotz des Sieges im DFB-Pokal schwierig werden. Die Freude, die Feierlichkeiten, sie werden wohl kürzer währen als das nach solchen Triumphen üblich ist. Dafür war diese Spielzeit einfach zu extrem. Die traumatischen Ereignisse vor dem Champions-League-Spiel gegen Monaco stellen eine Zäsur dar für den Klub.

Völlig verständlich, wenn Menschen nach dem Leben getrachtet wird. Völlig unverständlich, was sich in der Folge bei Borussia Dortmund zutrug.

Der Anschlag gilt in der Retrospektive als Auftakt einer öffentlichen Entfremdung zwischen dem Klub und seinem Trainer, wie es ihn in dieser Form selten gegeben hat im deutschen Profifußball. Gegenseitige Vorwürfe, Schuldzuweisungen, anonyme Kritik aus der Mannschaft, immer unappetitlicher wurde es zeitweise, was da aus Dortmund an die Oberfläche drang. Umso erstaunlicher, dass es der Mannschaft trotzdem gelang, sich auf den Punkt zu konzentrieren und in der Bundesliga den dritten Platz ins Ziel zu retten.

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Dass die letzten Wochen nicht spurlos an den Spielern vorübergegangen sind, war im Finale von Berlin zu erkennen. Gegen einen am Ende doch limitierten Gegner wirkten die Dortmunder phasenweise verunsichert, von Leichtigkeit keine Spur, obwohl sie alle Könner auf dem Rasen hatten.

Vor dem Klub liegen nun Wochen, in denen die Führung den weiteren Kurs entscheiden muss. Es gilt die Zukunft von Torjäger Pierre-Emerick-Aubameyang zu klären, und, kaum minder wichtig, die von Trainer Thomas Tuchel. Gut möglich, dass beide demnächst nicht mehr in Dortmund anzutreffen sind. Der Borussia würde in diesem Fall ein erneuter Umbruch bevorstehen. Dabei sollte vergangenen Sommer das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft gelegt werden. Nur, welcher Zukunft steuert Borussia Dortmund entgegen? Wenn der gestrige Pokalsieg nur dazu taugt, eine Saison minimal zu schönen, müssen die Dinge schon arg aus dem Ruder gelaufen sein.

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