Sport : Triumphale Rückkehr

Rostocks Max schießt beim 4:1gegen 1860 zwei Tore

Daniel Pontzen

München. Sein letzter Spurt setzte Massen in Bewegung. Der Rostocker Stürmer Martin Max stand am Spielfeldrand auf Höhe des Kabineneingangs, hatte gerade in einem Interview seine triumphale Rückkehr ins Münchner Olympiastadion beschreiben sollen, da lief er los, vorbei an der Bande, Richtung Fanblock des TSV 1860. Die Münchner Anhänger drängelten sich schon an den Ausgangstoren, doch als sie ihren verlorenen Liebling in ihre Richtung laufen sahen, eilten sie hinab, sie wollten ihm noch einmal nahe sein. Sie riefen seinen Namen, es klang fast flehentlich. Ein 1:4 hatten die Sechzig-Fans gegen Hansa Rostock ertragen müssen, zweimal hatte Max das getan, was sie früher so in Verzückung versetzt hatte, und so feierten sie ihn auch jetzt, trotzig und hemmungslos.

„Ein geiles Gefühl“, befand Max später. Gemessen an Max’ Vorliebe für eher sachliche Äußerungen war das eine außerordentlich emotionale Einschätzung. Dass die ganz große Freude Besitz von ihm ergriffen hatte, lag nicht nur an seinem persönlichen Erfolgserlebnis, sondern an Rostocks viertem Sieg in Folge. „Wie die Mannschaft im Moment auftritt, das ist schon sehr gut“, lobte Rostocks Trainer Juri Schlünz.

Ungewöhnlich war die Entstehungsgeschichte des deutlichen Rostocker Sieges. Nach zwei Minuten war ein Freistoß des Münchners Weißenberger vom Innenpfosten aus ins Netz gesprungen, doch das Tor half nach Ansicht von Falko Götz nur dem Gast. „Danach haben wir jede Spannung und Konzentration verloren“, sagte der Münchner Trainer verärgert – es waren ja noch gut 87 Minuten zu spielen gewesen.

Hansa brauchte danach ja nur noch die Gastfreundschaft der 1860-Defensive anzunehmen. Zunächst schlug Rene Rydlewicz mit einem Schuss von der Strafraumgrenze aus der Münchner Schläfrigkeit Kapital (9.), wenig später verwertete Max einen Elfmeter (17.). In der Folge, so schien es, nahmen sich beide Mannschaften eine lange Auszeit: 1860 konnte nichts, Hansa brauchte nichts für das Spiel tun. Also passierte kaum etwas, ehe Martin Max in der 67. Minute das 3:1 von Thomas Schultz vorbereitete. Danach legte Schultz den Ball quer, Max rammte die Vorlage per Dropkick zu seinem zwölften Saisontor ins Netz.

Es war ein Tag ganz nach der Vorstellung des 35-Jährigen. 1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser hatte dem Abgeschobenen nach dem Abpfiff eilig eine Einladung zur abendlichen Weihnachtsfeier ausgesprochen. Max lehnte ab: „Ich habe heute eine eigene Feier.“ Gut möglich, dass die Stimmung dort deutlich besser war.

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