Sport : Trost am Berg

Dorfmeister und Raich holen Gold für Österreich

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San Sicario/Sestriere - Zweites Gold für Michaela Dorfmeister im Super-G, Olympiasieg für Benjamin Raich im Riesenslalom – so konnten die alpinen Skirennläufer der ins Zwielicht geratenen österreichischen Olympia-Mannschaft in Turin immerhin auch sportliche Schlagzeilen bescheren.

Mit ihrem Sieg in der Abfahrt krönte sich Michaela Dorfmeister im Super-G zum alpinen Skistar von San Sicario. Die 32-Jährige setzte sich vor der Kroatin Janica Kostelic durch, die ihr insgesamt fünftes Olympia-Gold nur um 27 Hundertstelsekunden verpasste. Die Bronzemedaille ging an Dorfmeisters Teamkollegin Alexandra Meissnitzer. Die deutschen Starterinnen Petra Haltmayr als Neunte und Martina Ertl-Renz auf Platz 16 hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun.

Nach ihrem zweiten Sieg bei den Spielen stand Dorfmeister zunächst emotionslos im Ziel von San Sicario. Erst als sie die zweitplatzierte Kostelic auf ihren Triumph aufmerksam machte, brach aus Dorfmeister der Jubel über ihren zweiten Olympiasieg heraus. „Die Emotionen waren erst nicht da, weil ich das alles noch nicht verstehen konnte“, sagte Dorfmeister. Die deutschen Skirennläuferinnen konnten wieder einmal nicht in die Entscheidung auf der verhältnismäßig flachen und technisch wenig anspruchsvollen Piste eingreifen, fanden aber nach dem Rennen immerhin interessante Erklärungen dafür. „Man brauchte hier gutes Material, musste gut gleiten und ein paar Kilo mehr haben. All das habe ich nicht“, sagte Ertl-Renz.

Österreichs erstes alpines Herren-Gold bei diesen Winterspielen hatte zuvor Benjamin Raich gewonnen. Der Weltcup-Spitzenreiter siegte im Riesenslalom vor dem Franzosen Joel Chenal und seinem Landsmann Hermann Maier, der in seinem wohl letzten olympischen Rennen zu Bronze fuhr. Für Felix Neureuther war das Olympia-Debüt bereits im ersten Durchgang beendet. Nach 50 Sekunden schied er aus. „Ich habe vielleicht zu viel riskiert“, gab Neureuther zu.

Für Raich dagegen war die Welt in bester Ordnung. „Der Olympiasieg ist mein Riesenziel gewesen“, sagte er. „Ich bin überglücklich.“ Bei den an alpinen Ski-Überraschungen bislang so reichen Winterspielen kam er nach seinen Patzern in Kombination und Super-G als erster der Favoriten ans Ziel. Andere hoch gehandelte Skirennläufer gingen dagegen wieder einmal leer aus. Vor allem Gesamtweltcup-Sieger Bode Miller aus den USA enttäuschte als Sechster erneut.

Nach dem ersten Lauf hatte Benjamin Raich lediglich auf dem fünften Platz gelegen. Im zweiten Durchgang aber fuhr er ein furioses Rennen und setzte sich am Ende mit sieben Hundertstelsekunden vor dem Überraschungs-Zweiten Joel Chenal durch. Dritter wurde Hermann Maier. „Ich bin trotzdem sehr zufrieden, denn es war schließlich sehr knapp“, sagte der Weltmeister. rab/dpa

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