Sport : Trost nach dem Sturz

Steffen Wesemann liegt nach Paris – Roubaix im Weltcup vorn

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Paris (dpa). Die 102. Auflage des Radklassikers von Paris nach Roubaix ist mit einer Überraschung zu Ende gegangen. Magnus Backstedt feierte am Sonntag den ersten Sieg eines Schweden bei dem Rennen. Der Skandinavier war in einer vierköpfigen Fahrergruppe, die sich rund zehn Kilometer vor dem Ziel gebildet hatte, der schnellste Sprinter. Er verwies den Niederländer Tristan Hoffmann auf den zweiten Rang.

Steffen Wesemann vom TeamT-Mobile, der vor einer Woche die Flandern-Rundfahrt gewonnen hatte, erlitt bei der Verfolgung der vier Spitzenreiter einen Defekt und stürzte zu allem Überfluss auch noch im Finale auf der Radrennbahn in Roubaix. Dennoch wurde der Deutsche nach 261 Kilometern noch Sechzehnter und konnte den diesmal fehlenden Doppel-Weltmeister Oscar Freire (Spanien) damit an der Weltcup-Spitze ablösen. „Meine Form war super, aber leider hatte ich hier wieder großes Pech im falschen Augenblick“, sagte Wesemann.

Doppel-Olympiasieger Robert Bartko (Potsdam) aus dem niederländischen Rabobank-Team hatte auf den berüchtigten Kopfsteinpflaster-Passagen von insgesamt 51,1 Kilometern noch mehr Sturzpech und schied wie Wesemanns Teamkollege Andreas Klier (München) schon früh aus. 70 Kilometer vor dem Ziel hatte sich eine 35 Fahrer starke Spitzengruppe gebildet, in der alle Favoriten fuhren. Nach verschiedenen Attacken hatte sich dann im entscheidenden Moment eine fünfköpfige Spitzengruppe gebildet, in der auch der dreifache Paris-Roubaix-Sieger Johan Museeuw fuhr, der seine Karriere am Mittwoch nach dem Schelde-Preis in Belgien beenden will.

Der 38-Jährige, zuletzt 2002 Sieger in Roubaix, wurde in seinem letzten Weltcup-Rennen Fünfter und hätte sogar noch mehr herausholen können. Acht Kilometer vor dem Ziel raubte ihm ein Defekt alle Illusionen. Pech hatte auch sein Landsmann, Vorjahressieger Peter van Petegem, der Hand in Hand mit Museeuw das Ziel passierte.

Steffen Wesemann freute sich nach dem für ihn unglücklichen Rennverlauf über die Weltcup-Führung. „Das Trikot ist wenigstens ein kleiner Trost“, sagte Wesemann, der Schürfwunden von seinem Sturz davontrug.

Dass die deutschen Fahrer bei dem Traditionsrennen schon ziemlich lange auf einen Sieg warten, konnte somit auch Wesemann nicht verhindern. Als Letzter war Joseph Fischer erfolgreich. Der Bayer aus Cham gewann das erste Rennen im Jahr 1896.

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