Sport : Trostlos und torlos

Bochum und Stuttgart trennen sich nach schwachem Spiel 0:0

Richard Leipold

Bochum. Peter Neururer hatte vor dem Spiel genau hingehört. Was er vernahm, verstand er als Auftrag der gesamten Branche an seine Fußballmannschaft. „Die Bundesliga schreit förmlich danach, dass wir gewinnen“, behauptete der Cheftrainer des VfL Bochum vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Seine Spieler haben den Ruf der Bundesliga nicht erhört. Mehr als ein torloses Unentschieden brachten sie am Samstagnachmittag nicht zustande. Dennoch waren sie am Ende zufrieden. „Man muss realistisch sein, Stuttgart ist vielleicht eine der besten Mannschaften Europas“, sagte etwa der Bochumer Verteidiger Sunday Oliseh. Dem VfB reichte der Teilerfolg, um die Tabellenführung zu behaupten.

Die Bochumer, zumeist nicht gerade der Nabel der Liga, fühlten sich durch das große Interesse an dieser Partie geschmeichelt, auch wenn das Ruhrstadion bei 30 000 Zuschauern wieder nicht ausverkauft war. Nicht ohne Stolz verkündeten sie vorher, welche berühmten Klubs ihre Beobachter zum Spitzenspiel nach Bochum geschickt hatten. Der VfL hatte Tribünenplätze für Abgesandte des AC Mailand, des PSV Eindhoven sowie von Manchester United, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen reserviert. Die Beobachter sahen neunzig Minuten lang konzentriert arbeitende Profis, die sich vor allem durch taktische Disziplin auszeichneten. Das war nicht gerade aufregend, stellte letztlich aber auch Neururer zufrieden: „Taktisch war es die beste Leistung im eigenen Stadion.“ Er könne seinem Personal „überhaupt keinen Vorwurf machen“.

VfB-Trainer Felix Magath bescheinigte der Stuttgarter Elf, „defensiv gut gearbeitet“ zu haben, bemängelte aber das unzureichende Spiel nach vorn. „Zu wenige von uns wollten den Ball haben.“ Nach dem Champions-League-Spiel gegen die Glasgow Rangers fehlte den Europapokalhelden offenbar die Kraft für dynamische Vorstöße. Die meisten Spieler bewegten sich zwischen den Strafräumen wie Schachfiguren. Nur die drei Bochumer Stürmer Hashemian, Madsen und Freier wechselten häufig die Positionen. Ihre Rochaden konnten die Abwehr des VfB jedoch nicht stören. So warteten beide Mannschaften darauf, dass die andere den ersten Fehler machen werde. Sie warteten vergeblich.

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