• Trotz 2:0-Satzführung gegen Tsonga: Federer scheitert im Viertelfinale von Wimbledon

Trotz 2:0-Satzführung gegen Tsonga : Federer scheitert im Viertelfinale von Wimbledon

Der sechsfache Champion Roger Federer ist wie im Vorjahr im Viertelfinale von Wimbledon ausgeschieden. Gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga verspielte der Schweizer erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier eine 2:0-Satzführung.

Kaum zu glauben: Roger Federer reicht eine 2:0-Satzführung gegen Jo-Wilfried Tsonga nicht zum Sieg.
Kaum zu glauben: Roger Federer reicht eine 2:0-Satzführung gegen Jo-Wilfried Tsonga nicht zum Sieg.Foto: dpa

Roger Federer muss bei der Jagd nach dem siebten Wimbledon-Titel im kommenden Jahr einen neuen Anlauf nehmen. Trotz einer 2:0-Satzführung scheiterte der Grand-Slam-Rekordsieger am Mittwoch im Viertelfinale durch das 6:3, 7:6 (7:3), 4:6, 4:6, 4:6 am Franzosen Jo-Wilfried Tsonga. „Ich hatte meine Chancen. Deshalb ist die Niederlage hart“, sagte der Schweizer. Noch nie zuvor hatte Federer in 178 Grand-Slam-Matches nach einer 2:0-Satzführung verloren. „Das ist ein komisches Gefühl“, räumte er ein.

Damit verpasste der Weltranglisten-Dritte die Chance, den Rekord von Pete Sampras einzustellen. Der Amerikaner hatte in der Profi-Ära insgesamt siebenmal im All England Club triumphiert. Dies sei aber ohnehin „nicht die treibende Kraft“ seiner Motivation, meinte Federer. Zugleich betonte der sympathische Sportsmann, dass dies noch nicht das Ende seiner Wimbledon-Ära bedeute: „Ich glaube, dass ich definitiv noch Grand Slams gewinnen kann.“ Nur der Australier Lleyton Hewitt im Davis Cup und der Argentinier David Nalbandian im Masters Cup hatten es bisher geschafft, nach einem 0:2-Rückstand noch gegen Federer zu gewinnen.

Selbst im Moment einer seiner bittersten Niederlagen an der Church Road präsentierte sich der 29-Jährige als fairer Verlierer. „Jo hat ein tolles Match gespielt. Er war fantastisch“, sagte der 16-fache Grand-Slam-Sieger, ohne Ausreden zu suchen. Er selbst habe ebenfalls stark gespielt und den 3:08 Stunden dauernden Kampf auf dem Centre Court genossen. „Tsongas Spiel war erst gut, dann großartig“, kommentierte der dreimalige Wimbledon-Sieger Boris Becker.

Tsonga hielt sein unbändiges Kämpferherz und seine beeindruckende Physis Federers Spielwitz entgegen - am Ende durfte der Franzose ein launiges Jubeltänzchen auf dem Centre Court vollführen. „Das ist verrückt. Roger ist der größte Champion meines Sports“, sagte der 26-Jährige. In gut einer Woche werden sich Florian Mayer und Co. von Tsongas Topform überzeugen können. Dann reist der Australian-Open-Finalist von 2008 mit dem französischen Davis-Cup-Team zum Viertelfinale nach Stuttgart.

Überraschungsmann Tsonga trifft am Freitag im Semifinale auf den serbischen Weltranglisten-Zweiten Novak Djokovic, der den australischen Qualifikanten Bernard Tomic mit 6:2, 3:6, 6:3, 7:5 niederrang. Sollte Djokovic am Freitag ins Endspiel vorstoßen oder der Weltranglisten-Erste Rafael Nadal seinen Vorjahrestitel nicht verteidigen, wird der Serbe neue Nummer 1. Der 18 Jahre alte Tomic war der jüngste Wimbledon-Viertelfinalist seit Beckers erfolgreicher Titelverteidigung vor 25 Jahren. (dpa)

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