Sport : Trotz Doping nach Peking: Sprintstar Gatlin kämpft gegen Sperre

Boston - Sprinter Justin Gatlin will seine vierjährige Dopingsperre anfechten. Das gab der Anwalt des 100-Meter-Olympiasiegers, John Collins, in Boston bekannt. Gatlin will eine Reduzierung der Sperre auf zwei Jahre erwirken, um bei den Olympischen Spielen in Peking seinen Titel verteidigen zu können.

„Wir werden verschiedene Sachen auf einmal einreichen müssen“, erklärte Collins. Noch ist jedoch unklar, ob sein Mandant vor den Internationalen Sportgerichtshof (Cas) in Lausanne oder ein US- Gericht ziehen wird. Am 1. Januar hatte ein amerikanisches Schiedsgericht entschieden, die ursprünglich bis zum 24. Juli 2014 verhängte Dopingsperre gegen den 25-Jährigen zu halbieren. Somit wäre Gatlin ab 2010 startberechtigt.

Nun könnte der US-Amerikaner sogar in Peking starten – wenn ein Gericht nachträglich zu der Erkenntnis gelangt, dass der Sprinter bei seinem ersten Vergehen 2001 schuldlos war. Damals wurde er positiv auf Amphetamine getestet und für zwei Jahre gesperrt. Gatlin konnte jedoch nachweisen, dass der positive Befund das Ergebnis einer Behandlung mit Medikamenten gegen seine Aufmerksamkeitsstörung war. Der Leichtathletik-Weltverband verkürzte daraufhin die Sperre auf zwölf Monate, erwähnte aber nie, dass Gatlin keinen Fehler gemacht habe. Als Gatlin im April 2006 positiv auf Testosteron-Doping getestet wurde, galt er daher als Wiederholungstäter und stand vor einer lebenslangen Sperre. Weil Gatlin unter anderem als Kronzeuge aussagte, war er zunächst nur bis 2014 gesperrt worden. dpa

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