Sport : Trotz einiger Ausschlüsse hat das IOC sein Ansehen verspielt

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Als der massige Mann aus dem Kongo der Limousine entsteigt, bricht auf der Treppe des "Palais den Beaulieu" in Lausanne Chaos aus. Juan Antonio Samaranch, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, war noch unbemerkt durch eine Tiefgarage ins Kongresszentrum gekommen. Doch Jean-Claude Ganga kann den Fotografen, Kameramännern und Reportern am Morgen des 17. März auf seinem Weg zur 108. IOC-Vollversammlung nicht entgehen. Um ihre biologischen Nachteile auszugleichen, haben sich einige Japaner kleine Leitern mitgebracht, um Fotos zu schießen. Es wird geschubst und geflucht. Schwer fällt dem 64-jährigen Kongolesen jeder Schritt auf seinem Weg, der ihn zum letzten Mal in den Klub führt, in dem er sich 13 Jahre lang so wohl gefühlt hat. Ein gebrochener Mann mit feuchten Augen, der versucht, mit rudernden Armbewegungen die Medienleute zu verscheuchen. Stunden später wird man ihn - wie fünf weitere Mitglieder - aus dem Olymp geworfen haben. Überführt, die olympischen Regeln zum eigenen Vorteil gebrochen zu haben. Er hat sich von Salt Lake City schmieren lassen. Wie die anderen wird er zum Bauernopfer in der IOC-Inszenierung mit dem Titel "Selbstreinigung".

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