Sport : Trotz Konkurrenz immer eine Chance gesehen

KLAUS ROCCA

Als Preetz gegen Magdeburg vier Treffer erzielte, kam Röber an ihm nicht mehr vorbeiVON KLAUS ROCCA BERLIN.Wohl niemand hätte einen Pfifferling für ihn gegeben.Da hatte Hertha BSC Bryan Roy und Alphonse Tchami geholt, da war noch Axel Kruse, der in der gerade abgelaufenen Saison Tore wie am Fließband erzielte.Und schließlich verpflichtete man auch noch Andreas Thom, um dem Sturm zusätzlich Flügel zu verleihen.Wer würde da noch von Michael Preetz sprechen? Man sprach.Der Lange, wie sie ihn wegen seiner stattlichen 192 Zentimeter vom Scheitel bis zur Sohle nennen, biß sich durch, hatte urplötzlich einen Stammplatz.Den er bis heute nicht abgab.Von wegen Kruse, Tchami, Roy - Preetz ist Jürgen Röbers Favorit für den Platz neben Thom. Für einen ist all das normal - für Preetz selbst."Ich habe", so der 30jährige, "vor der Saison gesagt, daß ich durchaus eine Chance für mich sehe, besonders bei guten Trainingsleistungen.Das hat sich bestätigt." Nun ja, da kam ihm natürlich auch zu Hilfe, daß seine Mannschaftskameraden lange Wochen tief unten im Keller steckten.Als Preetz dann im Freundschaftsspiel gegen Magdeburg gleich vier Tore erzielte, konnte Röber gar nicht anders, als den Ruf nach Preetz zu erhören.Es sollte sich lohnen. Fortan war es Michael Preetz, der die Schlagzeilen bestimmte.In fast jedem Bundesligaspiel erzielte er sein Tor; sieben sind es inzwischen, schon fast so viele wie in der gesamten letzten Zweitliga-Saison (9).Auch zuletzt, an der Algarve, war auf seinen Torriecher Verlaß.In allen Testspielen traf er ins Schwarze, öfter als alle anderen, öfter auch als der neu hinzugekommene, große Hoffnungsträger Andreas Thom. Mit dem soll Preetz, dessen einstiger Fehlschuß für Wattenscheid der Hertha den Klassenerhalt bescherte, nun nach der Winterpause auf Torejagd gehen.Könnte es da Probleme der Anpassung, des Spielverständnisses geben? "Ach i wo! Es hat sich im Trainingslager gezeigt, daß wir harmonieren.Der Andreas ist doch erfahren genug, um sich gleich ins Konzept einzufügen", meint der gebürtige Düsseldorfer, verheiratet und Vater einer Tochter.Für sich selbst sieht er natürlich auch kein Problem.Einer, der schon für Fortuna Düsseldorf, Saarbrücken, Duisburg und Wattenscheid kickte, 1987 an der Weltmeisterschaft unter 20 Jahren teilnahm, mehr als ein Dutzend Jahre in diesem Profigeschäft ist, der kann sich leicht an neue Bedingungen anpassen. Am Sonnabend will Preetz, der sich gerade für weitere Jahre an Hertha band, gegen den VfL Wolfsburg seine stolze Erfolgsserie fortsetzen.Dann wird er es im Olympiastadion wohl mit Marijan Kovacevic zu tun haben."Das ist", weiß Preetz, "ein harter, kopfballstarker Bursche, der schon beim HSV imponierte".Doch Preetz ist nicht bange.Obwohl er spürt, daß die Wolfsburger nach ihrem überraschend guten Tabellenstand "Blut geleckt haben".

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